PHILIPPE DE CHAMPAIGNE
DAS S CHWEISST UCH DER HEIL IGEN
VERONIKA
Der in Brüssel geborene Philippe de Champaigne
(1602 –1674) gehört zu den grossen Barockmalern der
fra nzösis chen Tradition. Sein Gemä lde des sogena nnten
Schweisstuches der Heiligen Veronika reiht sich in eine
alte Bil dtraditio n ein, die es aber neu interpretiert.
Das Gemälde wurde aus New Yorker Kunsthandel
erworben und war bis zu seinem erstmaligen Auftauchen
an einer Pariser Auktion von 2008 unbekannt; es wird
seitdem als eigenhändiges Werk Philippe de Champaignes
geführt.1
Zuvor war die Kompo s ition lediglich aufgrund von
danach angefertigten Stichen be kannt, name ntlich denje-
nigen von de Champaignes Schül er Nicolas de Plattemon-
tagne und den von Barthélemy K ilian. Der zweitgenannte
Stich ist 1654 datiert, was uns eine verlässliche Angabe
gibt, wann das zugrunde liegende Gemälde spätestens
entstanden sein
mus s.2
Wir sehen ein oben an beiden Sei ten aufgehängtes
Tuch, das vor einer flach en Maue rnische hängt, die an ein
verma uertes F enster oder einen Bilderrahmen erinner t.
Das Tuch zeigt das lebende Antlitz Chr isti während des-
sen P assion. Während das Tuch Falten wirft , ist das darau f
gezei gte Ge sicht faltenlos. Im Typus steht es dem Gesi cht
Christi in einer ganzfigurigen Passionsdarstellung von
der Hand de Champaignes nahe, die auf um 1655 datiert
worden
ist.3
Chr istus bli ckt uns gefasst an, sein blutiges
Ges icht zeigt die Spuren der erlitt enen Miss hand lung en.
Unterhalb des Gesichts fliessen Blutstropfen auf dem Tuch
abwärts – ein interessantes De tail: denn offensichtlich ist
gem eint, dass sie sozusa gen nicht dorthin gela ngten, als als