l’importante littérature qui l’accompagne et ses riches
ramif icatio ns iconographiques le mett ent au cœur du sta-
tut de l’image
religieuse.»9
Unter den französischen Malern des Barock ist de
Champaigne derjenige mit der gr össten Affini tät zu die-
sem Bild motiv , das er mehrm als gemalt
hat .10
Im vorlie-
genden Bild bringt er, wie Coquery darstellt, Neueru ngen
ein: Dazu gehör t, dass er das Tuch mit tels Sc hnüren an
Nägeln auf hängt und es vor der Ni sche s chweben lässt. Die
Schnüre erse tzen Veronikas haltende Hände, während die
N ägel, könnte man hinzufügen , an diejenigen der Kreuzi-
gung gemahnen. Neu ist zudem die Idee, Christus nicht mit
aufgesetzter Dornenkrone zu zeigen, sondern diese hinter
dem Tuch in die Nische zu
ste llen.11
Die Dornenkrone, die
die Wunden verursacht hat, deren Spuren wir auf Christi
Ges icht lesen (eine in Christi Stirn steck ende Dorne zeugt
im Bild selber davon), wird von der gesonderten Wirklich-
keitsebene des Tuches ferngehalten. Sie wird in die «reale»
Raumschicht der Nis che gerückt und kann dort – als sei die
Pa ssion eben noch im Gange g ewesen – eine besondere
Plastizität und Prä senz entfalte n. Geschickt aktiviert de
Champaigne also die speziellen Möglichkeiten des Bild-
motivs und arbeitet mit verschiedenen Ebenen dargestellter
Wirklichk eit.
Durch die Trennung vom wic htig sten Insignium der
Passion erhält aber auch das Antlitz Christi eine neue
Dimension. Aus der Darstellung des legendär verbürgten
Abdrucks des Gesichtes auf dem Tuch ist ein leidendes,
unmittelbar präsentes Gesicht geworden, das beinahe
porträthafte Züge aufweist. In diesem Kontext fällt auf,
dass die Nische, in der das Tuch präsentiert wird, in ihrer
Rahmenstruktur derjenigen von de Champaig n es 1650 ent-
standenem, im Louvre aufbewahrten Porträt eines
unbekannten Mannes
ähnelt.12
Auch wenn sich dort der der