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AKTIVITÄTEN EIN WINTERMÄRCHEN. DER WINTER IN DER KUNST VON
DER RENAISSANCE BIS ZUM IMPRESSIONISMUS
Die Ausstellung «Ein Wintermärchen» entstand aus einer
Kooperation mit dem Kunsthistorischen Museum in Wien, für
das der ehemalige Direktor des Amsterdamer Rijksmuseums
als Gast kur ator eine grosse Überblicksschau z usammen -
stellte, deren Bogen vom Mittelalter bis ins 20. Jahrhundert
reichte. In Zürich war die Wiener Ausstellung in modifizierter
Form mit rund 130 Werken zu sehen, wobei die prachtvollen
kaiserl ich en Prunkschlitten, die Gemäl de vom Barock bis
zum Impressionismus, die golddurchwirkten Tapisserien und
wertvollen Renaissance-Bronzen im Bührlesaal mit theatra-
lis chen Mitteln in Szene gesetzt wurden.
Unter den kostbaren Leihgaben war auch das monumenta-
le Gemälde «Napoleon am Grossen St. Bernhard» aus dem
Jahr 1801, ein auch für die Entstehung der Sch weiz pro-
grammatisches (wenn auch nicht gerade republikanisches)
Hauptwerk des Klassizismus. «Ein Wintermärchen» war in
gewissem Sinn auch ein Experiment: Würden die Besucher
eine Ausstellung annehmen, in der sich Gemälde und Skulp-
turen mit Werken der angewandten Kunst mischten? Sie ta-
ten es und sprachen viel Lob und Anerkennung aus, nicht
zuletzt für die off enbar als besonders gelungen empfundene
Präsentation.
Unterstützt durch die Zürich Versicherungs-Gesellschaft AG
sowie durch die Truus und Gerrit van Riemsdijk Stiftung.
Chri stoph Becker
POSADA BIS ALŸS. MEXIKANISCHE KUNST VON 1900
BIS HEUTE
Von März bis Mai 2012 zei gte das Kunstha us Züri ch me-
xikanische Druckgrafik aus über hundert Jahren mit poli-
tisch brisanten Inhalten. Ausgangspunkt der Ausstellung
waren die grafischen Blätter José Guadalupe Posadas
(um 1852 –1913) , einem der wichtigsten Künstler und Ka-
rikaturisten Mexikos des 19. Jahrhunderts. Daneben bot
die Ausstellung Einblick in das grafische Werk verschie-
dener Künstler und Künstlerinnen aus dem 20. Jahrhun-
dert. Die historischen Arbeiten trafen auf Werke zeitge-
nössischer Kunstschaffender, die ähnliche Themen wie ihre
Vorgänger bearbeiten. Ein ige der gezeigten Illustrationen
wurden zu Ikonen der Revolution, andere verwiesen auf exis-
tenzielle Momente von Leben und Tod, wie z. B. die Calaveras Calaveras