DIANA THATER
CHERNOBYL, 2010
Anl ass zum Anka uf von Diana Thaters Werk «Cherno-
byl» ( 2010) war die Ausstellung «Deftig Barock» im Kun st-
haus Züri ch im Sommer 2012 im Bührlesaal und 2013 im Gug-
genhei m-M useum Bilbao. Beim Eintritt in den Raum mit der
Rundum-Videoprojektion sieht man sich zugleich unaus-
weichlich als Schattenriss in das Werk einbezogen. Sechs
Pr ojektor en stehen am Boden auf Scha chteln, stark e Licht -
quellen, die, wie mit der Zeit zu erk ennen ist, sich auch noch als
Abbildungen im Raum multip lizier en in den p r ojizierten, sich
überl ager nden Filmbildern. Es herrsc ht ein düsterer Gr und-
ton, todesschwanger , aber auch mit erstaunlich ambivalenten
Zügen, die immer wieder in eine Art Bukolik münden. Passend
zur Kunst des 17. Jahrhunderts, welche in der Ausstellung den
Werken der Geg enwa rtsk unst in verschiedenen Kap iteln ge-
genüber gestellt wur de, und wo Lebensb ejahung und Tod eng
m itei nander verflochten ers chein en.
Diana Thater hat 2010, in Schutzkleider gehüllt, in Tscher-
nobyl gefilmt. T schernobyl, ein Name, der für jene Katastrophe
steht, die sich am 26. April 1986 in Block 4 des Ke rnkraf twerk s
nahe der ukra inischen Stadt Prypjat ereignet hat und heute das
S ynonym für eine der am meisten k onta minie rten Geg enden
der Welt ist.
Die Videoarbeit zeigt gleichzeitig Landschaft, Natur, Bäu-
me, Tier e, einen See und I nn enaufnahmen, gefilmt in einem nun
v erl assenen und zerfallenen Thea ter . Die Scha uplä tze über-
lagern sich vielfach, denn Diana Thater hat die Aussenan-
sic hten im Thea ter an die Wand projiziert, um sie dann dort
wieder abzufilmen. Dabei erkennt man immer wieder die
Künstlerin und ihren Kameramann, wie sie durch die leeren
Sitzreihen, die Ruinen, den Schutt und durch die geisterhafte
Stimmung stap fen, während gleichzeitig Bilder von Herbst-
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