Volltext: Jahresbericht 2013 (2013)

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AKTIVITÄTEN 
FERDINAND HODLER. DIE WAHRHEIT 
Ferdinand Hodler schuf zwei Fassungen seiner bedeu- 
tenden Komposition «Die Wahrheit», die sich beide im 
Kunsthaus Zürich befinden. Die erste Fassung entstand 
1902. Das z weite, stärk er stili sierte Bild schuf H odler 1903 
für die A uss tellung in der Wiener Secession 1904. Es ist 
seit 1930 als Depositum der Stadt Züri ch im Kunsthaus. 
Aufgrund der Maltechnik wies die erste Fassung unte r- 
schiedliche Probleme auf und bedurfte der Restaurie- 
rung. Von Januar bis Dezember 2012 wurde das Gemälde 
durch Viola Möckel unter der Leitung von Chefrestaurator 
Hanspeter Marty ausführlichen Untersuchungen unterzo- 
gen und anschliessend umfassend restauriert. 
Damit wurde ein kraftvolles und zugleich subtiles Haupt- 
werk von Hodler neu erschlossen und konnte gemeinsam 
mit der zweiten Fassung im Hodlersaal des Kunsthauses 
ausgestellt werden. Bernhard von Waldk irch präsentier- 
te dazu selten gezeigte Zeichnungen und vorbereitende 
Skizzen aus der grafischen Sammlung, welche die Ent- 
wicklung von Hodlers Kompositionsidee aufzeigten. Die 
gemeinsame Präsentation der beiden monumentalen 
Ölbilder ermöglichte es, deren markant verschiedenen 
malerischen Charakter zu studieren. Dabei erschien die 
zweite, endgültige Fassung glatter und stärker stilisiert, 
während die erste ihr gegenüber rauer und archaischer 
wirkt. Anlässlich der Präsentation wurde auch der span- 
nende historisch-politische Ko ntext erläutert, in dem sich 
das Bild situierte. Dieses Bildmotiv war ursprünglich im 
Zusammenhang mit der Bildid ee für «Der Tag» entstan- 
den, wurde später aber durch Hodler mit dem heutigen 
Titel versehen. Der Künstler machte nachträglich gel- 
tend, die Idee des B ildes sei aus Pr otest gegen die damal s 
hochaktuelle, unrechte Verbannung des französischen 
Hauptmanns Al fred Dreyfus entstanden. Zur Ausstellung 
erschien eine Publikation in der Reihe der Sammlungs- 
hefte mit Beiträgen von Viola Möckel und Bernhard von 
Waldkirch, die sowohl die restauratorischen Massnahmen 
als auch die neuesten Forschungserkenntnisse zum Kon- 
text und der Entstehung der Gemälde umfasst. 
Die Restaurierung wurde unterstützt durch The Bank of 
America Merrill Lynch Art Conservation Project. 
Philippe Büttner 
CHAGALL. MEISTER DER MODERNE 
Seit vielen Jahren pla nten wir das Projekt einer grossen 
Ausstellung über Marc Chagall (1887 – 1985). Der Künst- 
ler ist in Züri ch kein Unbekannter: Seine Gla sfe nster für 
das Fraumünster gehören ebenso zu den Attraktionen 
für viele Besucherinnen und Besucher der Stadt wie die 
umfangreiche Sammlung seiner Gemälde im Kunsthaus, 
und nicht zuletzt ist seine enge Freundschaft mit unseren 
Gönnern Hulda und Gust av Zumsteg unvergessen. Tobia 
Bezzola, der mit Simonetta Fraquelli als Co-Kuratorin zu- 
sammenwirkte, ist es zu verdanken, dass wir im Frühjahr 
2013 eine umfangreiche Ausstellung zu seinem Frühwerk 
z eigen konnten mit mehr als achtzig Ge mälden und Aqua- 
rellen aus seiner Zeit in Russland und Paris zwischen 
71 1971_Kun sthaus Jahresbericht 2013 Teil 2_14 0328.in dd   52 31.03.1 4   14:27
	        
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