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AKTIVITÄTEN
le Korrespondenzen und Gegenüberstellungen zwischen
den Werken herzustellen, die der Sammler im Laufe sei-
ner Sammeltätigk eit immer schon suchte. Auffällig wurde
dabei die gros se Wichtigkeit der skulpturalen Werke, die
den Raum gestal teten , von Tony Smiths schwarzen Pl asti-
ken zu John Chamberlains bunten Schrottskulpturen oder
Rich ard Longs Steinkreis. Auch das Linear-Zeichnerische
fin det sich in vielen Werken, begonnen mit Al Taylors hän-
gen den Linien im Raum, Agnes Martins feiner Malerei bis
zu den riesenhaften, energetisch-abstrakten Kalligrafien
der französischen Künstlerin Fabienne V erdier .
Die circa 70 Werke, welche sich im Neubau zur Samm-
lung gesellen werden , stellen eine ausserordentliche Be-
reicherung der eigenen Bestände dar: So werden s pätere
Werke Cy Twomblys die eigene, hochkarätige Sammlung
aus der frühen und mittleren Schaffensphase des Ame-
rikaners ideal ergänzen. John Chamberlain und David
Smith treten mit markanten Positionen auf. Sie stossen
zusammen mit den Werken von Agnes Martin und Wil-
lem de Kooning aus der Looser-Sammlung zu den im
Kunsthaus bereits vorhandenen Arbeiten des Abstrakten
Expressionismus von Jackson Pollock, Barnett Newman
und Mark Rothko. Insbesondere das Ensemble von neun
Gemälden und Plastiken Willem de Koonings ist heraus-
ragend. Von Donald Judd – einem Hauptvertreter der im
Kunsthaus wenig präsenten Minimal Art – wird eine re-
präsentative Wandplastik kommen. Ellsworth Kelly war
bislang im Kunsthaus ebenso wenig vertreten wie Al Tay-
lor. Zur Sammlung Hubert Looser gehört auch die zehn-
teilige, tonnenschwere Skulpturengruppe von Tony Smith
für den Aussenraum, die für den Ga rten der Kunst hinter
dem Neubau vorgesehen ist.
Wir danken Farrow & Ball für die Wandfarben in der Aus-
stellun g. Der Ka talog wurde unterstützt von Sotheby’s.
Philippe Büttner
FÉLIX VALLOTTON. SCHÖNE ZEITEN
Der Bestand an Werken Félix Vallottons (1865 –1925) im
Kunsthaus Zürich ist bereits heute gross und qualitätvoll.
Schon zu Lebzeiten des Künstlers und während vieler
Jahrzehnte wurden Gemälde und Werke auf Papier er-
worben, und zudem haben wir immer wie der grosszügige
Geschenke und Legate erhalten. Bis in die jüngste Zeit
fanden in unregelmässigen Abständen Vallotton-Ausstel-
lungen sta tt, zuletzt im Jahr 2007 unter dem Titel «Idylle
am Abgrund». Während der Vorbereitungen kamen wir in
Kontakt zu Leihgebern, die mit Geduld und Kennerschaft
eine eigene Sammlung aufgebaut hatten, und dies war
der Ausgangspunkt für die Idee, beide Sammlungen ein-
mal komplett und zusammen zu zeigen, sodass sich neue
Werkgruppen und Gegenüberstellungen ergaben und sich
manche Lücke in wechselseitiger Ergänzung schloss.
Der Sammler hatte zwar den Wunsch anonym zu bleiben,
aber liess sich überreden, als Gastkurator zu wirken. Er
ordnete die rund fünfzig Gemälde in den historischen
Sammlungsräumen im zweiten Stock des Moserbaus so
geschickt, dass eine veritable , the matisch gegliederte Re-
trospektive entstand, die beim Publikum rasch grossen
Zuspruch auslöste, so dass man gelegentlich hörte, es sei
schön, aber zie mlich voll bei Vallotton: Schöne Zeite n!
Christoph Be cker
LONNIE VAN BRUMMELEN & SIEBREN DE HAAN
REVOLT OF THE GIANTS
Das holländische Künstlerduo van Brummelen / de Haan
hinterfragt mit seinen filmischen Werken politisch-öko-
nomische Machtstrukturen und thematisiert Fragen von
Globalisierung und Displacement. Auch in der Ausstell un g
«Revolt of the Giants» im Kunstha us Zürich, die die ers-
te Einzelpräsentation von Lonnie van Brummelen (*1969)
und Siebren de Haan (*1966) in der Schweiz war, stan-
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