53
AKTIVITÄTEN
Die gezeigten Werke sind auf Basis langjähriger Recher-
chen und dem Wissen darüber, was die Künstler damals
in Paris, Berlin, Dresden, München und Hagen von den
Vertretern der Fauves wie Matisse, de Vlaminck, Derain
oder van Dongen sehen konnten, zusammengetragen
worden. Die künstlerische Energie der Expressionisten,
welche von ihrem Spektrum her vom taumelnden Rausch
bis zur Agonie reichen konnte, hat bis heute nichts von
ihrer visuellen Kraft verloren, wenn man einerseits die
Farben, dann aber auch die sehr ins gestisch-performativ
tendierenden Linienführungen auf sich wirken lässt.
Unterstützt durch die Credit Suisse – Partner des Kun st-
haus Zürich sowie durch die Truus und Gerrit van Rie ms-
dijk Stiftung, die Ernst von Siemens Kunststiftung und
Farrow & Ball. Cathérine Hug
ALBERTO GIACOMETTI.
ZEICHNUNGEN UND AQUARELLE
Nach dem Tod von Bruno Giacometti (1907 – 2012) ist unter
anderem ein grosses Ensemble von 94 Zeichnungen und
Aquarellen Alberto Giacomettis als Legat ins Kunsthaus
gekommen (zu diesem Legat als Ganz es vgl. Jahresbericht
2012). Diese bis dahin grösstenteils nicht öffentlich g ezeig-
ten oder nicht bekannten Werke präsentierte das Kunst-
haus von Februar bis Mai im Kabinett in unmittelbarer
Nach barsch aft zu Albertos Ge mälden und Skulpturen. Die
Zei chnunge n wurden zu diesem Zweck wissenschaftlich
ersch losse n, allesamt neu passepartouriert und teilwei se
restauratorischen Massnahmen unterzogen. Das intime
und familiäre Zeichnungskonvolut hebt die grundlegende
Bedeutung der Zeichnung in Albertos Œuvre hervor.
Nebst den Werken aus der Jugendzeit, darunter die far-
benfrohen Aquarelle, die einfühlsamen Porträts der Fami-
lienmitglieder sowie die ersten bedeutenden Selb stb ild-
nisse, fallen die ersten Skizzen und Kopi en nach Vorlagen
alter und zeitgenössischer Meister auf. Weiter enthält das
Konvolut Aktstudien aus der Pariser Akademiezeit, Ob-
jekt- und Figurenstudien, Atelieransichten und Land-
schaftsdarstellungen aus den 1950er- und 60er-Jahren.
Sowohl die meisterh aften Zeichnungen als auch die flüch-
tigen, spontanen Skizzen führen deutlich vor Augen, dass
das Zeichnen für Albe rto Giacometti ein unverzichtbares
Mi ttel zur Erkenntnis seiner Umwelt und zentral für sein
künstlerisches Schaffen war.
Begleitend zur Ausstellung erschien eine Publikation in
Deu tsch und Englisch aus der Reihe der Sammlungshefte
des Kunsthaus Zürich, in der sämtliche Zeichnungen und
Aquarelle Albertos aus dem Legat abgebildet sind.
Unterstützt durch die Dr. Georg und Josi Guggenheim-
Stiftung. Monique Meyer
ANTOINE BOURDELLE: SAPPHO
Die Präsentation der mit Unterstützung der Stiftung BNP
Paribas Schweiz restaurierten, monumentalen Bronze-
plastik «Sappho» (1887 / 1925) von Antoine Bourdelle gab
Anlass zur Einrichtung einer grösseren Sammlungs-
Accroc ha ge. Dabei konnte Bourdelles Werk, das die trau-
ernde Sappho mit Lyra zeigt, in verschiedene Kontexte Kontexte