Full text: Jahresbericht 2014 (2014)

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AKTIVITÄTEN 
RESTAURIERUNG 
GEMÄLDE, SKULPTUREN UND MEDIENKUNST 
Für die beiden Ausstellungen «Meisterwerke des Kunst- 
haus Zürich» in Japan und «Alberto Giacometti und seine 
Zeit» im Leopold Museum in Wien galt es, viele Vorberei- 
tungsarbeiten an Sammlungswerken zu machen. Dazu 
gehörten umfangreiche Festigungsarbeiten, konservato- 
risch optimierte Einrahmungen, Rahmenaufdoppelungen, 
Neurahmungen und, wo nötig, das Einsetzen von neuen 
entspiegelten Sicherheitsgläsern. 
Da für Japan und Wien zur gleichen Zeit zwei grosse 
Sammlungskonvolute auf die Ausleihe und den Transport 
vorzubereiten waren, bot dies auch eine Gelegenheit, un- 
sere bisherigen Zustandsberichte den aktuellen techni- 
schen Möglichkeiten anzupassen und auf eine digitale 
Zustandskartierung mittels Tablet / iPad kombiniert mit 
hochauflösenden Detailfotos umzustellen. 
Zu den insgesamt 150 nach Japan und Wien ausgeliehe- 
nen Werken kamen zusätzlich noch weitere 260 Samm- 
lungswerke (inkl. Grafik), die an insgesamt 98 im Be- 
richtsjahr berücksichtigte auswärtige Ausstellungen 
reisten. Hier stellte sich heraus, dass angesichts der bei- 
den grossen Leihprojekte eine Reduktion der übrigen 
Leihgaben von Vortei l gewes en wäre. Doch sind die Werke 
des Kunsthauses offenbar überall sehr gef ragt. 
Unter den regulären Sammlungs-Leihgaben fanden sich 
z. T. besonders aufwändige Sonderwünsche: So konnte 
z. B. die Ausleihe der beiden grossformatigen Gemälde 
von Au gusto Giacometti, «Die Nacht» und «Fixsterne» ans 
Kunstmuseum Bern, für die jeweils noch umfangreiche 
Festigungs- und Restaurierungsmassnahmen notwendig 
waren, nur dank vorzüglicher Unterstützung durch freibe- 
rufliche Restauratorinnen und Restauratoren realisiert 
werden . 
Im Bereich Medienkunst ist besonders der Beg inn eines 
mehrjährigen Videorestaurierungs- und Digitalisierungs- 
projekts hervorzuheben. Die grosszügige Unterstützung 
der Sophie und Karl Bindi ng Stiftung und von Memoriav, 
Verein zur Erhaltung des audiovisuellen Kulturgutes der 
Schweiz, ermöglicht es uns, in Zusammenarbeit mit einer 
erfahrenen Videorestauratorin, den gesamten analogen 
Videobestand wo nötig restauratorisch zu behandeln und 
für die Langzeitarchivierung zu digitalisieren. 
Eine spezielle Software prüft nun laufend die Daten auf 
Veränderungen und r epariert sie automatisch. Damit kann 
auf lange Zeit der V erlust von Daten verhindert wer den. 
  Hanspeter Marty / Tobias Haupt / Kerst in Mürer 
PIERRE BONNARD, «FEMMES AU JARDIN» 
Das vierteilige Werk Bo nnards von 1890 / 91 zählt zu den 
Hauptwerken des Kunsthaus Züri ch. Der heikle Zus tand 
war Anlass für eine umfangreiche Restaurierung, die 
dank grosszügiger Unterstützung durch den Kunstversi- 
cherer Nationale Suis se realisiert wurde. Die Stabilisie- 
rung der sehr trockenen, bindemittelarmen Malerei auf 
Papier stand dabei im Vordergrund. Rand- und Glanzbil- 
dungen, F arbverände run gen oder Verwerfung des Papiers 
mu ssten durch die Wahl eines geeigneten Festigungsmit- 
tels ausgeschlossen werden. Nach ausführlichen Unter- 
suchungen und Tests wurden die aufstehenden Farb- 
schollen unter dem Mikroskop gefestigt. Mit Hilfe des 
Ultraschallverneblers konnte das Festigungsmittel auf 
den pudrigen Oberflächen flächig appliziert werden. Für 
das Schliessen grösserer Malschichtfehlstellen wurden 
Papierintarsien passgenau in die Ausbruchstellen einge- 
fügt und mit Gouachefarben retuschiert. Weniger tiefe 
Ausbrüche wurden mit Buntstiften retuschiert. Eine ein- 
heitliche Reinigung war aufgrund der Verwendung von 
Kohle und Bleistift und der teilweise pudernden Mal- 
schichtoberflächen ausgeschlossen.   Viola Mö ckel
	        
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