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Das Berichtsjahr war auch in Sachen Neuzugänge von
grossem Interesse. Dabei sind als Erstes bedeutende
Schenkungen zu erwähnen: This Br unner übertrug dem
Kunstha us seine herausragende Sammlung von Werken
des amerikanischen Künstlers, Filmemachers und Per-
formers John Waters. Dieser schillernde und authenti-
sche Vertreter der Pop Art lotet tabulos, augenzwinkernd
und legendär stilsicher Bildlichkeiten an der Wasser-
sch eide zwischen «es ist Kunst» und «spielt es eine Rolle,
ob es Kunst ist?» aus. Die Sammlung konnte im Rahmen
einer inspirierenden Ausstellung (s. S. 56) im Ka binett und
im Untergeschoss gezeigt werden und wurde in einem
Katalog im Detail vorgestellt. Im Herbst 2015 schliesslich
schenkte Herr Dr. med. Dami an Haffter die Pl astik «Ritter
Georg» des im und am Kunsthaus bereits mit wichtigen
Werken vertretenen Bildhauers Carl Burckhardt (S. 20).
Ein weiteres bedeutendes Werk wurde durch Prof. Dr.
Andr es Giedion Rie sch und Verena Clay-Giedion in Erinne-
rung an Carola Giedion-Welcker (1893 –1979) und ihren
Mann Siegfried Giedion geschenkt. Die mit Kurt Schwit-
ters und Constantin Brancusi, Hans Arp und James Joyce
befreundete Wahlzürcherin Carola Giedion-Welcker präg-
te als Kunsthistorikerin, Autorin und Kuratorin das kultu-
relle Leben der Stadt und nahm Einfluss auf die Ankauf-
politik des Kunsthauses. Bei der Schenkung handelt es
sich um ein bedeutendes Werk des deutschen Künstlers
Kurt Schwitters, «Merzbild K 6 Das Huthbild», von 1919
(Abb. S. 19). Den Begriff «Merz» benut zte Schwitters na-
mentlich zur Bezeichnung seiner Collagetechnik, die auf
der Verwendung von Zeitungsausschnitten, Werbung und
anderen Materialien beruhte. Das aussergewöhnliche
Werk ist im Zwischengeschoss des Müllerbaus zu bewu n-
dern, wo es einen vor Tageslicht geschützten Ort gefun-
den hat. Auf diese Weise konnte der mit der Schenkung
verbundenen, konservatorisch anspruchsvollen Auflage
entsprochen werden, das lichtempfindliche Werk ständig
in der Schausammlung zu zeigen. Erwähnt seien zudem
drei Werkgeschenke des betagten, aber noch immer rüs-
tigen Zürcher Malers Ernst Faesi, die unseren bereits zu-
vor vorhandenen kleinen Bestand an Werken des Künst-
lers ergänzen. Nicht unerwähnt blei ben darf des Weiteren
eine wichtige Schenkung an die im Kunsthaus beheima-
tete Alberto Giacometti-Stiftung: Stiftungsrätin Annette
Bühler schenkte «Le buffet à Stampa», eine schöne,
grossformatige Zeichnung Alberto Giacomettis aus dem
Jahr 1950 (Abb. S. 28). Wir danken allen Schenkern von
Herzen, sie erlauben es uns, unsere Sammlung auf eine
Weise zu erweitern, die mit den Mitteln unseres Ankaufs-
fonds nicht denk bar wäre. Einen Überbli ck über sämtliche
Neuzugänge findet sich auf den Seiten 44 bis 51. Eine
Auswahl der wichtigsten Werke wird im Bildteil vorge-
stellt.
Was das Ausleihwesen betrifft, hiess die Losung im Be-
richtsjahr , die Zahl der au fwen digen Leihprozesse auf das
unbedingt Notwendige zu reduzieren. Als möglich erwies
sich eine Reduktion auf 52 Gemälde, vier Skulpturen und
zwei Installationen. Dabei ist allerdings zu berücksichti-
gen, dass im Mai über 70 wichtige Sammlungswerke aus
Japan zurückkamen, was das Team vor gr osse Herausfor-
derungen stellte. Philippe B üttner