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brauchsgegenstände in ihren Werken dar, übernahmen
japanische Bildsujets für die Darstellung ihrer eigenen
Umwelt und – weit folgenreicher – sie verin ne rli chten die
Bilds pra che des japanischen Holzschnitts. Gerade diese
Verinnerlichung führte die Kü nstler in Verbindung mit der
eigenen Bildtradition und den Erfahrungen ihrer Zeit zu
einem schöpferischen Prozess, aus dem sie vielfältigste
Aus drucksfor me n entwickelten, die weit ins 20. Jahrhun-
dert hin ein nachwirkten.
In zehn Kapiteln pr ä sentierte die Ausstellung die verschie-
denen Arten der Auseinandersetzung mit Japan anhand
von Hauptwerken der wichtigsten Künstler jener Zeit aus
internationalen Museen und Privatsammlungen. Neben
Gemä lden und Druckgrafiken in Frankreich tätiger Künst-
ler wie Edgar Degas, Paul Gauguin, Vincent van Gogh,
Claude Monet und James Tissot, aber auch Pierre
Bonnard, Mary Cassa tt, Maurice Den is, Henri Rivière und
Édouard Vuillard war auch eine repräsentative Auswahl an
japan isch en Holzschnitten hauptsächlich von Utagawa Hi-
roshige, Katsushika Hokusai und Kitagawa Utamaro zu
sehen. Teilweise stammten diese Holzschnitte aus den
ehemaligen Künstlersammlungen jener Zeit. Ebenso wur-
den japanische Ku nstgege nstä nde (Wandschirme, Gefä s-
se, Masken, Lackobjekte usw.) solchen französischer
Kün stler wie Félix B racquem ond, Jean Carriès oder Émile
Gallé gegen über gestell t. F otografien und Dokumente run-
deten das Bild ab, das Frankreich sich im 19. Jahrhundert
von Japan machen konnte. Rund 350 Objekte verschie-
den ster Kunstgattungen traten so für die Zeit dies er Aus-
stellu ng in einen inspirierenden Dialog. Nach dem Publi-
kumserfolg im Museum Folkwang in Essen zog die
Ausstellung auch in Zü rich eine hohe Anzahl Besucher an
und wurde daher um zwei Wochen verlängert.
U nte rstützt durch die Truus & Gerrit van Riemsdijk Stif-
tung, die Parrotia-Stiftung, The Boston Consulting Group,
Banque Pictet & Cie SA, Notenstein Privatbank AG, das
B undesamt für Kultur und den Farbsponsor Farrow & Ball.
Sandra Gianfreda
EUROPA. DIE ZUKUNFT DER GESCHICHTE
2015 haben sich die Ereignisse auf unserem Kontinent
überschlagen: Griechenland, Flüchtlinge und Brexit do-
minierten den Diskurs über Europa. Dabei ist Europa
mehr als nur Krisenherd und Wirtschaftsraum: Es ist ein
kulturell facettenreiches Mosaik, das seit den traumati-
schen Erfahrungen um die humanitäre Katastrophe des
Zweiten Weltkriegs bewu sst als Friedensprojekt gestaltet
wird. Die epochenübergreifende Hinterfragung des Natio-
nalismus und die kontinuierliche, auf den Grundwerten
der Menschenrechte fussende Friedensarbeit fanden in
dieser Ausstellung Ausdruck in über 100 Werken. Ge-
meinsam mit dem Dichter, Europa-Kenner und Preisträ-
ger des Max Frisch-Preises (2014) Robert Menasse ent-
wickelte Cathérine Hug damit ihr erstes eigeninitiiertes eigeninitiiertes