90 FINANZEN
RECHNUNG
Die Jahresrechnung 2015 schliesst leider mit einem er-
heblichen Verlust von CHF 496 981.08 ab. Der Verlust fin-
det seine klare Begründung in den tiefen Besucherzahlen.
Während für das Jahr 2015 370 000 Besuchende budge-
tiert worden waren, haben effektiv lediglich 289 527 das
Kunsthaus besucht. Zwar waren es 2014 nur rund 12 000
mehr, aber die attraktiven, wenn auch kostspieligen Aus-
stellungen des Berichtsjahres liessen eine wesentlich
höhere Zahl an Besuchern erwarten. Vergleicht man den
Besucherrückgang des Kunsthauses mit dem anderer
Kulturinstitute, ist für das Jahr 2015 eine nahezu einheit-
liche Situation festzustellen. Ganz offensichtlich stand das
war me, wunderschöne Sommerwetter dem Kulturgenuss
in geschlossenen Räumen entgegen. Demgegen ü ber sind
die Besucherzahlen im laufenden Jahr bereits wieder er-
heblich angestiegen!
Erfreulich hoch sind die trotz tieferen Besucherzahlen
gestiegenen Erträge aus dem Museumsshop, der insbe-
sondere bei den beiden Ausstellungen «Inspiration Ja-
pan» und «Joan Miró» ein besonders attraktives Angebot
präsentieren konnte. Insgesamt haben sich die Neben-
einnahmen im Vergleich zum Vorjahr fast halbiert, was
im Wesentlichen durch den Wegfall eines ausserordentli-
chen Ertrags für zwei gros se Ausstellungen in Asien be-
gründet ist. Demgegenüber konnten die Ertragsquellen
wie die Raumvermietung und der Inserateverkauf für das
Kunsthaus-Magazin erfreulich ausgebaut werden.
Die Beiträge der Stadt Zürich sind vereinbarungsgemäss
um CHF 180 000 .00 (1. Rate Vorlaufkosten für die Kunst-
haus-Erweiterung) angestiegen, dies im Zusammenhang
mit dem Zuwachs an Mitarbeitenden im Hinblick auf den
Erweiterungsbau. Entsprechend ist auch die Zunahme
des Personalaufwandes zu erklären, der allerdings durch
die Subventionserhöhung zurzeit nicht voll abgedeckt
wird. Die tieferen Sachkosten stammen zur Hauptsache
vom günstigeren Transportaufwand uns erer Aus ste llun-
gen im Berichtsjahr. Dagegen führten höhere Versiche-
rungs- und Werbekosten dieser Ausstellungen zu einer
Erhöhung beim sonstigen Betriebsaufwand.
Der leichte Rückgang der Anzahl Mitglieder der Kunstge-
sellschaft (2015: 20 023; 2014: 20 438) liegt im Rahme n der
üblichen Schwankungen von Jahr zu Jahr.
Die im Berichtsjahr eingegangenen (finanziellen) Spen-
den sind wesentlich tiefer als im Vorjahr. Auch in die sem
Bereich sind von Jahr zu Jahr wesentliche Abweichungen
üblich. Den grosszügigen Spendern sei auch an dieser
Stelle nochmals ganz herzlich gedankt!
Dem ausseror dentlichen Ertrag von CHF 1 143 504 .03 steht
die Forderung «gegenüber Nahestehenden» in gleicher
Höhe auf der Aktivseite der Bilanz gegenüber. Sie ist be-
gründet durch Leistungen, die das Kunsthaus als Vorfi-
nanzierung vor dem Baubeginn für den Erweiterungsbau
erbracht hat – die nun mit Beginn der Bauarbeiten aus
den für den Neubau bereitgestellten Geldern rückvergütet
worden sind.
Der Finanzausschuss der Kunstgesellschaft hat an seiner
Novembersitzung die vom Gesetzgeber vorgeschriebene
Risikobeurteilung vorgenommen.
Die Liquidität ist weiterhin ausgezeichnet.
Für das laufende Jahr ist wiederum ein ausgeglichenes
Ergebn is budgetiert – sein Erreichen hängt wie üblich im
Wesentlichen von der Zahl der Besucherinnen und Besu-
cher unserer Ausstellungen ab.
Wiederum möchte ich an dieser Ste lle – im Namen des
gesamten Vorstandes, aber auch der Mitarbeitenden –
den langjährigen Sponsoren und Freunden des Kunsthau-
ses sowie der Stadt und dem Kan ton Zürich für ihre sehr
grosszügige finanzielle Unterstützung herzlich danken.
Conrad M. Ulrich, Quästor