URS FIS CHER
GRUNDSTEIN, 2014
Jedes gross e öffentliche Bauwerk nimmt seinen symboli-
schen Anfan g mit einem Grundstein, in dem eine Kassette ver-
wahrt wird mit Dokumenten, Gegenständen und persönlichen
Wünschen der Bauherren, die in aller Regel nie wieder jemand
zu Gesicht bekommt. Weil in einem öffentlichen Museum jedoch
so ziem lich alles auf Sichtbarkeit a usger ichtet ist, haben wir uns
überlegt, wie wir diesen denkwürdigen Moment in un serer Ge-
schichte für unsere B e sucherinnen und Besucher gleichsam sinn-
lich erfahrba r machen können – und zwar dauerhaft.
Unser langjähriger Kontakt zu Urs Fischer (*1973), der im
Bührlesaal des Kunsthauses schon 2004 seine allererste und
ziemlich spektakuläre Museumsausstellung hatte, brachte uns
auf die Idee, ihn um einen dreidimensionalen Grundstein zu bit-
ten, der dauerhaft und gut sichtba r in der Kuns thaus-Erweiteru ng
von Sir David Chipperfield install iert wer den k önnte. Urs F ischer
machte uns zwei Kunstwerke zum Gesch enk: Die Vereinigung Zür-
cher Kunstfreunde erhielt schon 2012 sein grossformatiges Bild
«Problem Painting», ein Da menport rät mit übergrossem «Rüeb-
li», eine Anspielung auf das «Bildnis Lydia Welti-Escher» ( 1886)
von Karl Stauffer-Bern, quasi ein Vorgriff und Vorgeschmack auf
Weiteres, aber als Grundstein doch ein wenig unpraktisch. Nach
erne uter , freundlich aufgenommener Anfrage beim Künstler er-
reichte die Zürcher Kunstgesellschaft ein weiteres Exemplar
des klassischen Schweizer Gemüses, diesmal dreidimensional-
naturalistisch und bequem auf einer stilisierten Chaiselongue
gelagert. Auch dies eine Anspielung auf kunstgeschichtliche
Vorbilder, von Velazquez bis Manet, als vielteiliges Ensemble
jedoch von gehörigem Bronzegewicht, sodass gelegentliche
Transporte (bis zur endgültigen Landung in der Kunsthaus-
Erweiterung) mit einem gewissen logist isc hen Aufwand verbun-
den sein werden. werden.