Volltext: Jahresbericht 2016 (2016)

63 AKTIVITÄTEN 
über wiegend Neoimpressionisten, zusammen mit einer 
Dokumentation zur Entstehung der Villa van de Veldes 
und der Gemälde Munchs gezeigt. Die begleitende Pu­ 
blikation, ermöglicht dank der Salientes­Stiftung, be­ 
schreibt diese ungewöhnliche kunsthistorische Episode, 
eröffnet neue Einsichten auf die Bildnisse aus dem bau­ 
künstlerischen Zusammenhang und stellt erstmals die 
Sammlung vor. Christian Klemm 
Als erstes Kunstmuseum präsentierte das Kunsthaus 
darüber hinaus eine Auswahl von ungerahmten Tusch­ 
pinselarbeiten aus jüngster Zeit (2012 – 2016). Frei von 
Konzept und Bildraster entfalten diese Arbeiten eine 
suggestive Kraft, deren Ordnungsgefüge sich dem Be­ 
trachter auf subtile Weise mitteilt. Das Wechslerʼsche 
Wachstumsmodell («Kleinteilig wächst die Welt zusam­ 
men») rekurriert bewusst auf die kreativen Ressourcen 
des Mehrdeutigen, um Distanzen zu überbrücken und das 
Verständnis für unterschiedlich gewachsene Strukturen 
durch eine neue Bildsprache zu vertiefen. Zusammen 
mit einigen fr ühen Werken aus den 1970er­ und 1980er­ 
Jahren, darunter auch drei Kaltnadelarbeiten, vermochte 
die Ausstellung mit 74 Arbeiten auf Papi er einen schlag­ 
lichtartigen Überblick über das gesamte zeichnerische 
Schaffen dieses Künstlers zu geben. Der Konservator 
der Grafischen Sammlung hat die Präsentation gemein­ 
sam mit dem Künstler eingerichtet. Im Jahr 2008 erwa rb 
das Kunsthaus als erstes öffentliches Museum in der 
Schweiz eine grosse Zeichnung: «WVZ Nr.  XVIII». Die­ 
ses Blatt aus dem Jahr 2004 ist Teil eines Zyklus von 23 
gross formatigen Bleistiftzeichnungen, welcher in seinen 
Hauptzügen rekonstruiert werden konnte. Neben diesem 
Werk aus dem Bestand des Kunsthauses kamen Leih­ 
gaben aus der Albertina in Wien und aus verschiedenen 
bedeutenden Privatsammlungen nach Zürich. 
Dank Unterstützung durch Uniqa Kunstversicherung 
Schweiz sowie die Stiftung Erna und Curt Burgauer. 
Bernhard von Waldkirch 
EDVARD MUNCH UND DIE FAMILIE ESCHE. 
DIE BILDNISSE, DIE SAMMLUNG 
Die Schenkung des «Bildnis Hanni Esche», das aufs 
Glücklichste das grosse «Kinderbild» ergänzt, war der 
willkommene Anlass, die bedeutende Gruppe von Por­ 
träts, die Munch im Oktober 1905 in der Villa Esche in 
Ch emnitz ge malt hatte, zu sammen mit den Möbeln van de 
Veldes, die ebenfalls der Herbert Eugen Esche­Stiftung 
gehören, so zu präsentieren, wie sie von den 1930e r­ bis 
in die 1990er­Jahre verei nt waren. Dazu eignete sich der 
Seiten lichtraum neben dem Böcklinsaal trefflich. Im 
Vorraum wurden neun Bilder aus der Sammlung Esche, Esche,
	        
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