Volltext: Jahresbericht 2017 (2017)

59 AKTIVITÄTEN 
die Auftritte der unterschiedlichsten Formationen. Süd- 
italienische Musik stand im Zentrum der Konzerte von 
La Lupa, Etta Scollo und der Nuova Compagnia di Canto 
Popolare. Experimentelle Volksmusik brachten Töbi Tob- 
ler und das Marcel Oetiker Trio auf die Bühne. In grosser 
Formation spielte das T onhalle-Orchester mit Julian Pré- 
gardien. Die Bühne als Figurentheater für Kinder nutz- 
ten das Theater Sgaramusch und das Theater Gustavs 
Schwestern. Eine Premiere feierte das Collegium Novum 
Zürich mit der live vertonten Aufführung der restaurier- 
ten Fassung des Prinzen Achmed von Lotte Reiniger aus 
dem Jahr 1925. So wurde die Auss tellung zum Ort eines 
lebhaften und regen Austauschs. 
Die Ausstellung war eine Koo perati on mit der Adolf Würth 
GmbH & Co. KG. Die Veranstaltungen wurden unterstützt 
von JTI, accurART Kunstversicherungsmakler AG, UNIQA 
Kunstversicherung Schweiz, Helvetia Kunstversicherun- 
gen, dem Italienischen Kulturinstitut Zürich und von Pro 
Tici no Zurigo. Daniela Hardmeier 
BILDERWAHL! REFORMATION 
Der Begriff «Reformation» geht auf das la teinis che «re- 
formare» zurück und bede utet umgestalten, verbessern, 
erneuern. In diesem Sinn kann er bestens im Muse- 
umskontext angewendet werden: Durch das Sammeln 
und Ausstellen wer den Kunstwerke aller Epochen immer 
wied er in neuen Zu sammenh ängen gezeigt. So z eugen sie 
bis heute von dem, was Kunst ausmacht: U mge staltung, 
V erbess erung, Erneuerung, eben andauernde R eformatio n. 
Die diesjährige Ausstellung der Reihe «Bilderwahl!» war 
aus Anlass des 500-jährigen Jubiläums der Reformation 
gewidmet. In der aus knapp 80 Gemälden, Skulpturen und 
Zeichnungen der Sammlung des Kunsthauses bestehen- 
den Präsentation in sechs Räumen war die historische 
Reformation, wie sie Luther und Zwingli angestossen hat- 
ten, Prüfstein, Leitmotiv, Antithese. 
Den Mittelpunkt bildete Ferdinand Hodlers monumen- 
tales Gemälde «Einmütigkeit», auf welches die Wahl der 
Kunstgesellschaft gefallen war. Es greift ein Ereignis der 
Hannoveraner Reformation auf. Das vielfigurige Bild wur- 
de durch rund 20 Kompositions- und Figurenstudien aus 
der Grafischen Sammlung vertieft. Hiervon ausgehend 
schlug die Präsentation einen kunsthistorischen Bogen 
von spätmittelalterlicher Sakralkunst über kirchliche Ba- 
rockmalerei hin zur Kunst der Nazarener und Historien 
des 19. Jahrhunderts. 
Den Abschluss bildeten zwei Gemälde der Konkreten 
Kunst . Die Suche dieser K ünstler nach Freiheit und uni- 
versaler Gültigkeit ist ein fern er Nachhall der reformato- 
rischen Forderung nach dem reinen Wort Gottes. 
Die Ausstellung wurde unterstützt von Al bers & Co AG. 
Andreas Rüfenacht 
GEFEIERT UND VERSPOTTET. FRANZÖSISCHE 
MALEREI 1820 – 1880 
Romantik, Realismus und Impressionismus waren ne- 
ben der etablierten akademischen Kunst konkurrierende 
Strömungen in der französischen Malerei, die von eini- 
gen wenigen Kunstkennern bejubelt, von Kunstkritik und 
Publikum hingegen geschmäht wurden. Die A uss tellung 
«Gefeiert und verspo ttet » konzentrierte sich auf die Jahre 
zwischen 1820 und 1880: 1822 nahm Delacroix zum ers- 
ten Mal am Salon, der offiziellen Ausstellungsplattform 
der Künstler und wenigen Künstlerinnen, teil und bot der 
klassizistischen Malerei eines Ingres die Stirn. 1880 wur- 
de die Ära des Salons als staatlich organisierte Veran stal- 
tung beendet. 
In diesem Zeitraum verliessen auch Géricault, Corot, 
Daumier, Daubigny , Courbet, Manet, Pissarro, Monet und 
andere mehr den anerkannten «Hauptweg» der Malerei, 
den akademisch-klassizistischen Stil. Zu ihren Lebzeiten Lebzeiten
	        
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