59 AKTIVITÄTEN
die Auftritte der unterschiedlichsten Formationen. Süd-
italienische Musik stand im Zentrum der Konzerte von
La Lupa, Etta Scollo und der Nuova Compagnia di Canto
Popolare. Experimentelle Volksmusik brachten Töbi Tob-
ler und das Marcel Oetiker Trio auf die Bühne. In grosser
Formation spielte das T onhalle-Orchester mit Julian Pré-
gardien. Die Bühne als Figurentheater für Kinder nutz-
ten das Theater Sgaramusch und das Theater Gustavs
Schwestern. Eine Premiere feierte das Collegium Novum
Zürich mit der live vertonten Aufführung der restaurier-
ten Fassung des Prinzen Achmed von Lotte Reiniger aus
dem Jahr 1925. So wurde die Auss tellung zum Ort eines
lebhaften und regen Austauschs.
Die Ausstellung war eine Koo perati on mit der Adolf Würth
GmbH & Co. KG. Die Veranstaltungen wurden unterstützt
von JTI, accurART Kunstversicherungsmakler AG, UNIQA
Kunstversicherung Schweiz, Helvetia Kunstversicherun-
gen, dem Italienischen Kulturinstitut Zürich und von Pro
Tici no Zurigo. Daniela Hardmeier
BILDERWAHL! REFORMATION
Der Begriff «Reformation» geht auf das la teinis che «re-
formare» zurück und bede utet umgestalten, verbessern,
erneuern. In diesem Sinn kann er bestens im Muse-
umskontext angewendet werden: Durch das Sammeln
und Ausstellen wer den Kunstwerke aller Epochen immer
wied er in neuen Zu sammenh ängen gezeigt. So z eugen sie
bis heute von dem, was Kunst ausmacht: U mge staltung,
V erbess erung, Erneuerung, eben andauernde R eformatio n.
Die diesjährige Ausstellung der Reihe «Bilderwahl!» war
aus Anlass des 500-jährigen Jubiläums der Reformation
gewidmet. In der aus knapp 80 Gemälden, Skulpturen und
Zeichnungen der Sammlung des Kunsthauses bestehen-
den Präsentation in sechs Räumen war die historische
Reformation, wie sie Luther und Zwingli angestossen hat-
ten, Prüfstein, Leitmotiv, Antithese.
Den Mittelpunkt bildete Ferdinand Hodlers monumen-
tales Gemälde «Einmütigkeit», auf welches die Wahl der
Kunstgesellschaft gefallen war. Es greift ein Ereignis der
Hannoveraner Reformation auf. Das vielfigurige Bild wur-
de durch rund 20 Kompositions- und Figurenstudien aus
der Grafischen Sammlung vertieft. Hiervon ausgehend
schlug die Präsentation einen kunsthistorischen Bogen
von spätmittelalterlicher Sakralkunst über kirchliche Ba-
rockmalerei hin zur Kunst der Nazarener und Historien
des 19. Jahrhunderts.
Den Abschluss bildeten zwei Gemälde der Konkreten
Kunst . Die Suche dieser K ünstler nach Freiheit und uni-
versaler Gültigkeit ist ein fern er Nachhall der reformato-
rischen Forderung nach dem reinen Wort Gottes.
Die Ausstellung wurde unterstützt von Al bers & Co AG.
Andreas Rüfenacht
GEFEIERT UND VERSPOTTET. FRANZÖSISCHE
MALEREI 1820 – 1880
Romantik, Realismus und Impressionismus waren ne-
ben der etablierten akademischen Kunst konkurrierende
Strömungen in der französischen Malerei, die von eini-
gen wenigen Kunstkennern bejubelt, von Kunstkritik und
Publikum hingegen geschmäht wurden. Die A uss tellung
«Gefeiert und verspo ttet » konzentrierte sich auf die Jahre
zwischen 1820 und 1880: 1822 nahm Delacroix zum ers-
ten Mal am Salon, der offiziellen Ausstellungsplattform
der Künstler und wenigen Künstlerinnen, teil und bot der
klassizistischen Malerei eines Ingres die Stirn. 1880 wur-
de die Ära des Salons als staatlich organisierte Veran stal-
tung beendet.
In diesem Zeitraum verliessen auch Géricault, Corot,
Daumier, Daubigny , Courbet, Manet, Pissarro, Monet und
andere mehr den anerkannten «Hauptweg» der Malerei,
den akademisch-klassizistischen Stil. Zu ihren Lebzeiten Lebzeiten