Volltext: Jahresbericht 2017 (2017)

62 AKTIVITÄTEN 
Handwechsel zwischen 1933 und 1945 untersucht. Zum 
Provenienzprojekt gehören die Erfassung, Überprüfung, 
Ergänzung, Digitalisierung und Online-Publikation der 
betroffenen Bestände und deren Provenienz. Das Projekt 
wird in der Grafischen Sammlung mit den Originalen und 
den zugehörigen Akten des Archivs durchgeführt. Die Zu- 
sammenarbeit in Arbeitsgruppen mit an deren Grafischen 
Sammlungen in Schweizer und internationalen Museen 
wird wo möglich realisiert. Für spezifische Bestände wer- 
den auch weitergehende auswärtige Recherchen anvi- 
siert. 
Bis Ende 2017 ist das Projekt zu einem Drittel fortge- 
schritten. Es konnten alle rund 10 000 Werke gemäss 
dem Inventarbuch für einen Datenbankeintrag vorbereitet 
werden . Aufgrund der grossen Anzahl von Werken wurde 
eine Typisierung erstellt, worin die Tiefenerschliessung 
unterschieden wird. Die für das Projekt zentralen Sit- 
zungsprotokolle der Sammlungskommission konnten zu- 
dem für den Zeitraum 1933 bis 1949 digitalisiert werden. 
Nach der in den ersten Mona ten vollzogenen quantitativen 
Herangehensweise wird im folgenden Jahr verstärkt eine 
qualitative Analyse der Werke vorgenommen. 
MEXIKANISCHE GRAFIK 
Im Bereich der Sammlung konnte im Berichtsjahr ein 
langjähriges Projekt zur mexikanischen Grafik abge- 
schlossen werden. Es handelt sich dabei um das Konvo- 
lut, das der Fotograf Armin Haab (1919 –1991) während 
seiner vielen Reisen in Mexiko zusammengestellt hatte 
und das vor rund 40 Jahren als Schenkung in die Grafi- 
sche Sammlung kam. Diese Sammlung enthält mehrere 
hundert Blätter von 65 verschiedenen Künstlerinnen und 
Künstlern und gibt einen Überblick über die Entwicklung 
der mexikanischen Grafik von der Figuration Ende des 
19. Jahrhunderts bis zu den ers ten a bstrakten Darstellun- 
gen in den 1970er-Jahren. Die schiere Anzahl der Werke 
macht deutlich, dass die Aufarbeitung dieser Bestände 
nicht im «courant normal» der Grafischen Sammlung 
möglich war. Es bedurfte spezieller Unterstützung von 
aussen – sowohl in finanzieller wie auch wissenschaftli- 
cher Hinsicht. Milena Oehy, eine ehemalige wissenschaft- 
liche Mitarbeiterin der Grafischen Sammlung, kümmerte 
sich um die wissen scha ftl iche Aufarbeitung und publizier- 
te diese in einem sehr schönen, umfassenden Buch. Sie 
kuratierte auch eine Ausstellung, in der sie eine Auswahl 
von W erken aus der Sammlung ze igte (siehe dazu S. 56). 
Wir d anken ihr sehr für ihren Einsatz und bedanken uns 
auch bei der ARJA Immobilien AG, Zug, die das Projekt 
finanziell unterstützt hat. 
NEUERWERBUNGEN 
Bei den Neuerwerbungen konnten im Berichtsjahr ein ige 
substanzielle Ankäufe getätigt werden. Vom belgischen 
Künstler Sven Augustijnen (*1970) wurde das Werk «Le 
réduit» (2016) angekauft (Abbildung siehe S. 36 / 37). 
Augustijnen beschäftigt sich seit vielen Jahren mit der 
kolonialen Vergangenheit Belgiens im Kongo. Der Künst- 
ler interessiert sich dabei für jene Momente, die in der 
offiziellen Geschichtsschreibung ausgeblendet werden – 
so auch bei «Le réduit». Die Dia-Installation erzählt die 
scheinbar unglaubliche Geschichte einer Rückzugsbasis 
in der kongolesischen Provinz Katanga, die der belgische 
Staat dort aus Angst vor einem Einfall der Sowjets in den 
1950er-Jahren hat errichten lassen. 
Von John M Armle der ( *1948) besi tzt das Kunsthaus wich- 
tige Werke aus unterschiedlichen Phasen seines Schaf- 
fens. Doch Zeichnungen, die für sein Werk von zentraler 
Bedeutung sind, gab es bisher in der Grafischen Samm- 
lung nur eine. Im Berichtsjahr konnte nun eine Gruppe 
früher Arbeiten auf Papier angekauft und damit eine 
wichtige Lücke geschlossen werden (siehe dazu Werkbe- 
schreibung S. 24 /25). 
Eine substanzielle Ergänzung der DADA-Bestände bedeu - 
tet der Ankauf der 38 Fotografien, die Tristan Tzara ur- 
sprünglich für seine 160-s eit ige Anthologie «Dadaglobe» 
vorgesehen hatte. Dieser Ankauf aus Privatbesitz wurde 
aufgrund der 2016 am Kunstha us gezeigten A usste llung 
«Dadaglobe Reconstructed» überhaupt erst möglich. Bis- 
her befanden sich elf Arbeiten zu «Dadaglobe» im Kunst- 
haus. Mit der Neuerwerbung ist dieser Besta nd auf über 
ein Drittel der für diese Publikation vorgesehenen Bild- 
beiträge angestiegen (siehe dazu auch Beitrag S. 13 –16).
	        
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