Volltext: Jahresbericht 2020 (2020)

diese Spur bestehen, da sich kein Maler des «Kubofutoexpressio- 
nismus», wie er eine Schweizer Künstlergeneration geprägt und 
international vernetzt hat, als Autor empfiehlt. Gegen eine Zu- 
schreibung spricht ganz besonders die Meinung der Tochter von 
Marcel Janco, die das Werk «im Stile von Janco» bezeichnet, 
letztlich aber apodiktisch geur teilt hat: «Je ne sens pas Janco.» 
3 
Ihrer Einschätzung steht ein ausführlicher Bericht des Janco- 
Monografen Harry S eiwert g egenüber , der folgert, dass das Werk 
mit einem «ausserordentlich hohen Wahrscheinlichkeitsgrad» 
von Janco 
ist.4 
Sowohl in der künstlerischen Handschrift wie in 
Mot iven bestehen viele Parallelen und Verwandtschaften zu sei- 
nen wenigen erhaltenen Gemälden um 1915 / 1916, aber auch zu 
den Holz-, Linolschnitten und Masken aus der 
Dadazeit.5 
Zieht 
man in Betracht, dass Janco und Morach in der Künstlergruppe 
«Das Neue Le ben» (1918 –1920) und im Zürcher-Zirkel «Radikale 
Künstler» (1919) Seite an Seite aktiv waren, zudem Morach seine 
Beziehung zu Janco als «freundschaftlich» bezeichnete, so 
machen auch biografische Notizen diese Autorschaft nachvoll- 
ziehbar. Rai mund 
Meyer 
  
1   Marie -Louis e Scha ller , Otto Morach (1887 –1973). Mit einem kritischen Katalog der Staffe- 
leibilder, Zürich/Solothurn/München 1983 (= Œuvr ekat aloge Schweizer Künstler Bd. 11). 
2   Mar cel Janco (Bukarest 1895 – Tel Aviv 1984) kam nach Abschluss des Gymnasiums 
und künstlerischer Mitarbeit an der rumänischen Avantgarde-Zeitschrift «Simbolu l» im 
Herbst 1914 nach Zürich, studierte an der ETH Architektur, war wesentlich an den Dada- 
Veranstaltungen und -Publikationen beteiligt, bevor er Ende 1919 nach Paris weiterreiste. 
3   Deborah (Dadi) Janco (Bukarest 1932 – Tel Aviv 2020) im schriftlichen und mündlichen 
Austausch mit dem Verfasser. 
4   Harry Seiwert , Ein Gemälde von unbekan nte r Hand aus dem Nachlass Otto Morach s, Trier 
2019, S. 24 [unpubliziert]; ders., Marcel Janco. Dadaist – Zeitgenosse – wohl temperiert er 
morgenländischer Konstruktivist, Frankfurt am Main 1993 (= Europäische Hochschul- 
schriften, Reihe XXVII, Kun stgesc hic hte Bd. 173). 
5   Als Referenzwerke sind von speziellem Interesse: «Davidesco» (1912 –1914), « Inferno» 
(1915) , «Der Seiltänzer» (1915), «Cabaret Voltaire» ( 1916, verschollen), «Bal à Zurich» 
(1916 –1917); «La première aventure cél este de Mr Antipyrine par Tristan Tzara avec des 
bois grav és et co loriés par Marcel Janco» (1916) .
	        
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