diese Spur bestehen, da sich kein Maler des «Kubofutoexpressio-
nismus», wie er eine Schweizer Künstlergeneration geprägt und
international vernetzt hat, als Autor empfiehlt. Gegen eine Zu-
schreibung spricht ganz besonders die Meinung der Tochter von
Marcel Janco, die das Werk «im Stile von Janco» bezeichnet,
letztlich aber apodiktisch geur teilt hat: «Je ne sens pas Janco.»
3
Ihrer Einschätzung steht ein ausführlicher Bericht des Janco-
Monografen Harry S eiwert g egenüber , der folgert, dass das Werk
mit einem «ausserordentlich hohen Wahrscheinlichkeitsgrad»
von Janco
ist.4
Sowohl in der künstlerischen Handschrift wie in
Mot iven bestehen viele Parallelen und Verwandtschaften zu sei-
nen wenigen erhaltenen Gemälden um 1915 / 1916, aber auch zu
den Holz-, Linolschnitten und Masken aus der
Dadazeit.5
Zieht
man in Betracht, dass Janco und Morach in der Künstlergruppe
«Das Neue Le ben» (1918 –1920) und im Zürcher-Zirkel «Radikale
Künstler» (1919) Seite an Seite aktiv waren, zudem Morach seine
Beziehung zu Janco als «freundschaftlich» bezeichnete, so
machen auch biografische Notizen diese Autorschaft nachvoll-
ziehbar. Rai mund
Meyer
1 Marie -Louis e Scha ller , Otto Morach (1887 –1973). Mit einem kritischen Katalog der Staffe-
leibilder, Zürich/Solothurn/München 1983 (= Œuvr ekat aloge Schweizer Künstler Bd. 11).
2 Mar cel Janco (Bukarest 1895 – Tel Aviv 1984) kam nach Abschluss des Gymnasiums
und künstlerischer Mitarbeit an der rumänischen Avantgarde-Zeitschrift «Simbolu l» im
Herbst 1914 nach Zürich, studierte an der ETH Architektur, war wesentlich an den Dada-
Veranstaltungen und -Publikationen beteiligt, bevor er Ende 1919 nach Paris weiterreiste.
3 Deborah (Dadi) Janco (Bukarest 1932 – Tel Aviv 2020) im schriftlichen und mündlichen
Austausch mit dem Verfasser.
4 Harry Seiwert , Ein Gemälde von unbekan nte r Hand aus dem Nachlass Otto Morach s, Trier
2019, S. 24 [unpubliziert]; ders., Marcel Janco. Dadaist – Zeitgenosse – wohl temperiert er
morgenländischer Konstruktivist, Frankfurt am Main 1993 (= Europäische Hochschul-
schriften, Reihe XXVII, Kun stgesc hic hte Bd. 173).
5 Als Referenzwerke sind von speziellem Interesse: «Davidesco» (1912 –1914), « Inferno»
(1915) , «Der Seiltänzer» (1915), «Cabaret Voltaire» ( 1916, verschollen), «Bal à Zurich»
(1916 –1917); «La première aventure cél este de Mr Antipyrine par Tristan Tzara avec des
bois grav és et co loriés par Marcel Janco» (1916) .