Full text: Jahresbericht 2020 (2020)

metti 1945 angesichts der Wirklichkeit ergriffen hatte und auf die 
er sich in seinem Text ‹Le rêve, le Sphinx et la mort de T.› be- 
zieht».1 
Das Blatt selbst ist unten rechts mit dem Signaturstempel 
signiert, aber nicht datiert. Während James Lord es in das Jahr 
1940 setz te, bevorzugt Agnès de la Beaumelle eine Datierung um 
1945 –1947; Christian Klemm datiert die Zeichn ung 
«1945?».2 
De 
la Bea umelle weist auf die E xistenz zweie r stili stisc h verwandter 
Blätter mit dem gleichen Motiv hin, von denen das eine auf 1947 
datiert ist. Zu d iesem not iert Christian Klemm im Hinb lick auf un- 
ser Blatt: «Eine 1947 datierte Zeichnung zeigt exakt die gleiche 
Situation in dem inzwischen flüssi ger gewordenen 
Stil.»3 
Ob nun 
in der Tat nach Giaco metti s Rückk ehr nach Paris entstanden, oder 
– wie es aufgrund der noch sehr kristallinen Darstellungsweise 
nicht ganz unmöglich scheint – doch ber eits 1940 /1941 
4 
: das Blatt 
zeigt das Atelier äusserlich als prekären, leeren Ort, den der 
K ünstler auf der Zeichnung aber energetisch stark zu verdichten 
verma g. 
Philippe Büt tner 
1   Albert o Gia comett i, Le dessi n à l ’œuvr e, Ausst.-Kat. Centre National d’Art et de Culture 
Georges Pompidou Pa ris, hrsg. von Agnès de la Beaumel le, Paris 2001, S. 126 und 
Nr. 79, S. 229, hier S. 229 (Überset zun g des Verfassers). Der erwähn te Text von Giacometti 
erschien 1946 in der Z eits chrift «Labyrinthe». 
2   Albert o Giacomet ti (wie Anm. 1), S. 229, dort auch der Nachweis von Lords Datierung. Zur 
Datierung von Klemm: Alberto Giacometti, Ausst.-Kat. Kunsthaus Z ürich / The Muse um of 
Modern Art New York, Züric h / Berlin 2001, S. 273, Nr. 82 und Abb. S. 139. In der «Alberto 
Giacometti Database» hat das Werk die N ummer AGD 4185 und wird ohne weitere Präzi- 
sierung in die 1940er-Jahre dat iert (dort zudem eine weitere Angabe zur Ausstellungsge- 
schichte). 
3   Albert o Giacometti (wie Anm. 2), S. 273. 
4   Eine von de la Beaumel le (wie Anm. 1, S. 228, Nr. 74 und Abb. S. 122) in die Jahre 1942 –1943 
gesetzte Zeichnung eines Interieurs, bei der sie u. a. die V erwendun g von Leere und aus ra- 
die rten Stellen hervorhebt (die sich übrigens auch auf unserem Blatt finden) , scheint auch 
in der Verwendung von verdichteten Lineamenten der Arbeitsweise in unserem Blatt nicht 
ganz unähnlich zu sein; auch dies, stimmt die Datierung, vielleicht ein Hinweis, dass unser 
Blatt bereits spätestens Ende 1941 entstanden sein könn te.
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.