Volltext: Jahresbericht 2020 (2020)

56 AKTIVITÄTEN 
Koloristen, ihre Aq uarelle gleichsam aus dem Stand auf 
ein internationales Nivea u zu heben. 
Drei Videoarbeiten zeitgenössischer Künstler verstanden 
sich schliesslich als Resonanzräume, in denen romanti- 
sches Gedankengut bis heute nachhallt, Werke von gera- 
dezu meditativ anmutender, entschleunigter Bewegung. 
Den Schluss- und Höhepunkt markierte David Claerbouts 
Video «Travel» mit seiner langsamen Kamerafahrt durch 
einen scheinbar undurchdringlichen Wald, der sich bei 
näherem Hinsehen als Videoanimation entpuppt: «Claer- 
bouts Video ‹Travel› führt kunstvoll ins Waldesinnere, das 
am Ende gar nicht so tief ist: fast ein Akt romantischer 
Ironie», wie es treffend im «Kunstbulletin» hiess. 
U nterstütz t von Credit Suisse – Partne r Kunsthaus Zü rich. 
Jonas Beyer 
OTTILIE W. ROEDERSTEIN 
Ottilie W. Roederstein (1859 –1937) war eine der bedeu- 
tendsten Malerinnen ihrer Generation und wichtigste 
Schweizer Porträtistin der frühen Moderne. Selbstbe- 
stimmt und emanzipiert, behauptete sie sich im männ- 
lich dominierten Kunstbetrieb und setzte sich über die 
gesellschaftlichen Normen der Zeit hinweg . Sie vertrat die 
Schweiz im Ausland oft als einzige Frau neben Ferdinand 
Hodler, Cuno Amiet und Giovanni Giacometti. Nicht nur in 
ihrem Heimatland, auch in Deutschland und Frankreich 
fand sie grosse Anerkennung für ihre Porträts und Sti ll- 
leben. Neben ihrer erfolgreichen T ätigkeit als Malerin trat 
Roederstein auch als Kunstmäzenin und zusammen mit 
ihrer Lebenspartnerin Elisabeth H. Winterhalter, Gynäko- 
login und die erste deutsche Chirurgin, als Förderin der 
Frauenbildung in Erscheinung. 
Trotz ihrer einst internationalen Wertschätzung ist 
Roederstein fast unmittelbar nach ihrem Tod in Verges- 
senheit geraten. Nach über achtzig Jahren war die Aus- 
stellung im Kunsthaus Zürich mit rund 75 Werken die 
erste monografische Werkschau in der Schweiz, die das 
stilistisch vielfältige Œuvre der Künstler in wieder einem 
breiten Publikum zugänglich machen sollte – aufgrund 
des vom Bund angeordneten Lockdowns war die Aus- 
stellung allerdings nur fünfeinhalb Wochen geöffnet. Er- 
gänzt um historische Dokumente, Fotografien und Briefe, 
wurden die Lebensstationen der Malerin – Zürich, Paris, 
Frankfurt am Main und Hofheim am Taunus – nachge- 
zeichnet. 
Unterstützt von der Elisabeth Weber-Stiftung. Die Aus- 
stellung entstand in Koop eration mit dem Städ el Mus eum, 
Frankfurt am Main. 
Sa ndra Gianfreda
	        
Waiting...

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzerin, sehr geehrter Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.