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Koloristen, ihre Aq uarelle gleichsam aus dem Stand auf
ein internationales Nivea u zu heben.
Drei Videoarbeiten zeitgenössischer Künstler verstanden
sich schliesslich als Resonanzräume, in denen romanti-
sches Gedankengut bis heute nachhallt, Werke von gera-
dezu meditativ anmutender, entschleunigter Bewegung.
Den Schluss- und Höhepunkt markierte David Claerbouts
Video «Travel» mit seiner langsamen Kamerafahrt durch
einen scheinbar undurchdringlichen Wald, der sich bei
näherem Hinsehen als Videoanimation entpuppt: «Claer-
bouts Video ‹Travel› führt kunstvoll ins Waldesinnere, das
am Ende gar nicht so tief ist: fast ein Akt romantischer
Ironie», wie es treffend im «Kunstbulletin» hiess.
U nterstütz t von Credit Suisse – Partne r Kunsthaus Zü rich.
Jonas Beyer
OTTILIE W. ROEDERSTEIN
Ottilie W. Roederstein (1859 –1937) war eine der bedeu-
tendsten Malerinnen ihrer Generation und wichtigste
Schweizer Porträtistin der frühen Moderne. Selbstbe-
stimmt und emanzipiert, behauptete sie sich im männ-
lich dominierten Kunstbetrieb und setzte sich über die
gesellschaftlichen Normen der Zeit hinweg . Sie vertrat die
Schweiz im Ausland oft als einzige Frau neben Ferdinand
Hodler, Cuno Amiet und Giovanni Giacometti. Nicht nur in
ihrem Heimatland, auch in Deutschland und Frankreich
fand sie grosse Anerkennung für ihre Porträts und Sti ll-
leben. Neben ihrer erfolgreichen T ätigkeit als Malerin trat
Roederstein auch als Kunstmäzenin und zusammen mit
ihrer Lebenspartnerin Elisabeth H. Winterhalter, Gynäko-
login und die erste deutsche Chirurgin, als Förderin der
Frauenbildung in Erscheinung.
Trotz ihrer einst internationalen Wertschätzung ist
Roederstein fast unmittelbar nach ihrem Tod in Verges-
senheit geraten. Nach über achtzig Jahren war die Aus-
stellung im Kunsthaus Zürich mit rund 75 Werken die
erste monografische Werkschau in der Schweiz, die das
stilistisch vielfältige Œuvre der Künstler in wieder einem
breiten Publikum zugänglich machen sollte – aufgrund
des vom Bund angeordneten Lockdowns war die Aus-
stellung allerdings nur fünfeinhalb Wochen geöffnet. Er-
gänzt um historische Dokumente, Fotografien und Briefe,
wurden die Lebensstationen der Malerin – Zürich, Paris,
Frankfurt am Main und Hofheim am Taunus – nachge-
zeichnet.
Unterstützt von der Elisabeth Weber-Stiftung. Die Aus-
stellung entstand in Koop eration mit dem Städ el Mus eum,
Frankfurt am Main.
Sa ndra Gianfreda