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chen Arbeiten, zur gesellschaftlichen Verantwortung,
der Bewahrung, Vermittlung und Erneuerung. Christoph
Becker nimmt diese Verantwortung wahr, indem er mit
seinem Team und Programm auf sich grundlegend wan-
delnde soziale und technologische Bedingungen reagiert.
In den letzten Jahren stechen die Schritt für Schritt er-
höhten Subventionen hervor, die den Bedarf für das er-
weiterte Kunsthaus proportional zum Baufortschritt und
dem Ausbau des Betriebs decken. Im Berichtsjahr waren
dies CHF 1.3 Mio. Und das ist zusätzlich zu der jährlich
wiederkehrenden Unterstützung in Höhe von CHF 8.3 Mio.
Die Projektunterstützung des Kantons kam der Sicherheit
und technischen Infrastruktur zugute. Das Bundesamt
für Kultur überwies einen sechsstelligen Betrag für die
Provenienzforschung. Damit konnte ein öffentliches wie
privates Anliegen geregelt werden. Es entsteht Trans-
parenz. Das BAK hat einen Fonds für Schweizer Muse-
en bereitgestellt. Wissenschaftliche Erkenntnisse wer-
den leicht zugänglich. Das Kunsthaus hat Gemälde und
Skulpturen online gestellt und treibt die Recherchen in
der Grafischen Sammlung voran. Provenienzforschung
ist auch in dieser Gattung angezeigt: Die schiere Menge
der über 100 000 Positionen in der Grafischen Sammlung
scheint zunächst unübersichtlich, aber man wird in den
entscheidenden Phasen der Erwerbungsgeschichte bald
F ortsch ritte machen. Die Finanzierung des Betriebs durch
die öffentliche Hand ist auch weiterhin durch die Subven-
tionen gesichert. Der Grossteil des privaten Sponsorings
fliesst ins Ausstellungsprogramm. Vorstand und Direktion
dankten insbesondere der Credit Suisse. Seit bald drei s-
sig Jahren nimmt die Bank als Partner des Kunsthauses
ihre Verantwortung wahr. Sie verhilft damit der Öffentlich-
keit zu Kunsterlebnissen, unterstützt Ausstellungen wie
«Matisse – Metamorphosen» und den Tag der offenen Tür
mit einem hohen sechsstelligen Betrag. Gedankt wurde
der ebenso veran twortu n gsbewu ssten Swiss Re – Partn e-
rin für zeitgenössische Kunst, für ihre Bereitschaft, Pro-
jekte des Kunsthauses grosszügig zu unterstützen. 2019
waren dies zwei Ausstellungen – «Fly me to the Moon»
und «Guillaume Bruère».
Immer wieder sind es Zuwendungen von Firmen, Stif-
tungen und privaten Donatoren, welche die Kunsthaus-
Leitung erfreuen und die den Besuchern den ersehnten
Mehrwert und auch Spannung bringen. Von der Scholz
Stiftung du rfte ein si ebenstel l iger Betrag für einen Kunst-
ankauf verbucht werden. Das Tizian zugeschriebene Werk
gab mehr zu reden als manches andere Meisterwerk, das
dem Kunsthaus von diese r Stiftung schon offeriert wurde.
Es war der langjährige Sammlungskonservator, Christian
Klemm, der sich für diese Unterstützung beim Ankauf
stark machte. Der Präsident dankte und drückte seine
Anerkennung den ehrenamtlich im Vorstand arbeitenden
Mitgliedern aus. Keiner erhält dafür eine Entschädigung,
und sie nehmen viele strategische und politische Aufga-
ben wahr. Dank erhielt auch die Stiftung Zürcher Kunst-
haus, welche die Liegenschaften verwaltet und instand
hält, für die gute partnerschaftliche Zusammenarbeit.
Allen Mitarbeite rinn en und Mitarbeite rn dank te der Präs i-
dent im Namen des Vorstandes für ihren grossen Einsatz
in einem durchaus schwierigen Umfe ld. Sie seien kreativ,
optimistisch und loyal gegenüber der Institution. Zuletzt
dankte Walter B. Kielholz den Mitgliedern der Zürcher
Kunstgesellschaft für ihr Vertrauen in das Kunsthaus: für
ihre Neu gier und Zuneigung, aber auch für wohlmeinende
Kritik, die dem Vorstand und der Direktion zeigt, wie nahe
allen ihr Kunsthaus – seine Gegenwart und Zukunft – ist!
Der Jahresbericht und die Jahresrechnung (mit einem
geringen Verlust) wurden von der Generalversammlung genehmigt.