Die meisten der hier dokumentierten Raubkunstwerke wur-
den nach dem Krieg restituiert. Viele gelangten in bedeutende
Sammlungen wie das Centre Pompidou in Paris. Auch die Samm-
lung Emil Bührle ist mit drei Werken vertreten: «Irene Cahen
d’Anvers (Die kleine Irene)» von Renoir wurde 1946 restituiert,
Bührle erwarb das Bild 1949. Degas’ «Madame Camus am Kla-
vier» musste Bührle 1948 selbst restituieren. Er hatte das Bild
1942 von der Galerie Fischer in Luzern erworben, gab es den Ei-
gentümern zurück und kaufte es 1951 ein zweites Mal. Die beiden
Werke sind im Chipperfield-Bau in den Räumen der Sammlung
Emil Bührle ausgestellt. Ebenfalls selbst restituieren musste
Bührle 1948 ein 1942 in Zürich bei der Galerie Aktuaryus gekauf-
tes Bild von Henri Matisse, «Tanzende Odaliske (Harmonie en
bleu)». Dieses Werk erwarb er nicht erneut; es befindet sich heu-
te im Norton Simon Museum in Pasadena in Kalifornien. Ebenso
nicht nochmals erworben hat Bührle Pablo Picassos Gemälde
«Pferderennen in Auteuil», das er 1944 bei Juvet in Lausanne ge-
kauft hatte und das 1948 an den rechtmässigen Eigentümer
Alfred Lindon restituiert wurde.
In Form eingepackter «Werke» in den präzisen Massen der
in den genannten Transaktionen beschlagnahmten Gemälde lässt
die Installation das Thema der Raubkunst unmittelbar erfahrbar
werden.
Philippe Büttner