AKTIVITÄTEN
Narby, William D. Nordhaus, Samuel Nussbaumer,
Genica Schäfgen, Vandana Shiva, Simone Sommer und
Harald Welzer. Der Podcast-Jingle wurde eigens von
dem an der Ausstellung teilnehmenden Künstler Marcus
Maeder kreiert; für Redaktion und Produktion zeichne-
te Christoph Keller. Ergänzt wurde das digitale Angebot
mit Video-Statements von elf in «Earth Beats» vertrete-
nen Künstlerinnen und Künstlern: Vaughn Bell, Ursula
Biemann, Nomin Bold, Tony Cragg, Francesca Gabbiani,
Cornelia Hesse-Honegger, Anna Jermolaewa, Mikhail
Karikis, Armin Linke, Maurice Maggi und Uriel Orlow.
Unterstützt von Swiss Re - Partner für zeitgenössische
Kunst und der Tarbaca Indigo Foundation, sowie von der
D&K DubachKeller-Stiftung und der Dr. Georg und Josi
Guggenheim-Stiftung für die «Earth Talks».
Sandra Gianfreda und Catherine Hug
Castigliones auch in seinen Monotypien, ein hybrides Ver-
fahren, das sich zwischen Zeichnung und Druckgrafik be-
wegt. Gezeichnet wird, wie der Name Monotypie [(Einmal-
druck] bereits andeutet, in diesem Falle nicht auf Papier,
sondern auf eine Druckplatte, die - sobald sie auf einen
Bildträger gepresst wird - ein, allenfalls zwei gelungene
Druckresultate ermöglicht. Zahlreiche Monotypien etwa
aus der BNF in Paris oder der Albertina in Wien rundeten
die Ausstellung ab, die Castiglione als versierten Grenz-
gänger im Bereich der grafischen Künste in ganzer Breite
präsentierte.
Die Ausstellung wurde unterstützt von der Kythera Kultur-
Stiftung, Düsseldorf, der Wolfgang Ratjen Stiftung, Vaduz,
der Tavolozza Foundation und einer Stiftung, die unge-
nannt bleiben möchte.
Jonas Beyeı
BAROCKES FEUER. DIE GRAFIK DES GIOVANNI
BENEDETTO CASTIGLIONE
Der Maler und Grafiker Giovanni Benedetto Castiglione,
diese schillernde Figur aus der italienischen Barock-
zeit, hätte schon längst eine monografische Schau im
deutschsprachigen Raum verdient. Wie unsere Ausstel-
lung «Barockes Feuer» nun vorführen konnte, bedarf es
für ein solches Vorhaben nicht einmal der Ölgemälde des
Künstlers. Bereits seine Zeichnungen nämlich muten
wie kleine gezeichnete Gemälde an. Grund hierfür ist die
aussergewöhnliche Technik, auf die Castiglione in seinen
Zeichnungen zurückgriff. Er mischte seine Pigmente mit
Leinöl und konnte je nach Sättigungsgrad des Pinsels
ein ganzes Spektrum an Ausdrucksqualitäten abdecken:
von fliessend malerischen Linien bis zu einer spröden,
expressiven Strichführung. Es ist uns gelungen, neben
über einem Dutzend hochkarätiger Ölpinselzeichnungen
aus dem königlichen Besitz in Windsor Castle auch viele
Spitzenwerke aus anderen europäischen Sammlungen
wie der Hamburger Kunsthalle, dem Museum Boijmans
Van Beuningen oder dem Louvre zusammenzuführen. In
dieser Dichte wird die zeichnerische Könnerschaft Casti-
gliones wohl die kommenden zwanzig Jahre nicht mehr zu
sehen sein. Daneben zeigt sich der experimentelle Geist