Volltext: Jahresbericht 2021 (2021)

AKTIVITÄTEN 
Narby, William D. Nordhaus, Samuel Nussbaumer, 
Genica Schäfgen, Vandana Shiva, Simone Sommer und 
Harald Welzer. Der Podcast-Jingle wurde eigens von 
dem an der Ausstellung teilnehmenden Künstler Marcus 
Maeder kreiert; für Redaktion und Produktion zeichne- 
te Christoph Keller. Ergänzt wurde das digitale Angebot 
mit Video-Statements von elf in «Earth Beats» vertrete- 
nen Künstlerinnen und Künstlern: Vaughn Bell, Ursula 
Biemann, Nomin Bold, Tony Cragg, Francesca Gabbiani, 
Cornelia Hesse-Honegger, Anna Jermolaewa, Mikhail 
Karikis, Armin Linke, Maurice Maggi und Uriel Orlow. 
Unterstützt von Swiss Re - Partner für zeitgenössische 
Kunst und der Tarbaca Indigo Foundation, sowie von der 
D&K DubachKeller-Stiftung und der Dr. Georg und Josi 
Guggenheim-Stiftung für die «Earth Talks». 
Sandra Gianfreda und Catherine Hug 
Castigliones auch in seinen Monotypien, ein hybrides Ver- 
fahren, das sich zwischen Zeichnung und Druckgrafik be- 
wegt. Gezeichnet wird, wie der Name Monotypie [(Einmal- 
druck] bereits andeutet, in diesem Falle nicht auf Papier, 
sondern auf eine Druckplatte, die - sobald sie auf einen 
Bildträger gepresst wird - ein, allenfalls zwei gelungene 
Druckresultate ermöglicht. Zahlreiche Monotypien etwa 
aus der BNF in Paris oder der Albertina in Wien rundeten 
die Ausstellung ab, die Castiglione als versierten Grenz- 
gänger im Bereich der grafischen Künste in ganzer Breite 
präsentierte. 
Die Ausstellung wurde unterstützt von der Kythera Kultur- 
Stiftung, Düsseldorf, der Wolfgang Ratjen Stiftung, Vaduz, 
der Tavolozza Foundation und einer Stiftung, die unge- 
nannt bleiben möchte. 
Jonas Beyeı 
BAROCKES FEUER. DIE GRAFIK DES GIOVANNI 
BENEDETTO CASTIGLIONE 
Der Maler und Grafiker Giovanni Benedetto Castiglione, 
diese schillernde Figur aus der italienischen Barock- 
zeit, hätte schon längst eine monografische Schau im 
deutschsprachigen Raum verdient. Wie unsere Ausstel- 
lung «Barockes Feuer» nun vorführen konnte, bedarf es 
für ein solches Vorhaben nicht einmal der Ölgemälde des 
Künstlers. Bereits seine Zeichnungen nämlich muten 
wie kleine gezeichnete Gemälde an. Grund hierfür ist die 
aussergewöhnliche Technik, auf die Castiglione in seinen 
Zeichnungen zurückgriff. Er mischte seine Pigmente mit 
Leinöl und konnte je nach Sättigungsgrad des Pinsels 
ein ganzes Spektrum an Ausdrucksqualitäten abdecken: 
von fliessend malerischen Linien bis zu einer spröden, 
expressiven Strichführung. Es ist uns gelungen, neben 
über einem Dutzend hochkarätiger Ölpinselzeichnungen 
aus dem königlichen Besitz in Windsor Castle auch viele 
Spitzenwerke aus anderen europäischen Sammlungen 
wie der Hamburger Kunsthalle, dem Museum Boijmans 
Van Beuningen oder dem Louvre zusammenzuführen. In 
dieser Dichte wird die zeichnerische Könnerschaft Casti- 
gliones wohl die kommenden zwanzig Jahre nicht mehr zu 
sehen sein. Daneben zeigt sich der experimentelle Geist
	        
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