AKTIVITÄTEN 2”
Zeichnungen des Künstlers und Choreografen William
Forsythe, die während des Stücks «Human Writes» ent-
standen sind [siehe S. 26/27). In dem Stück, das 2005
Premiere am Schiffbau feierte, setzte sich Forsythe mit
der Unmöglichkeit auseinander, die Menschenrechte
überall und dauerhaft in Kraft zu setzen. Auch Werke von
Janh Vö und Harald Naegeli erhielten wir als Schenkun-
gen. Für diese grosszügigen Donationen möchten wir uns
ganz herzlich bedanken.
ZEITBASIERTE ARBEITEN
Der Umzug der Videosammlung und der zu einzelnen
Werken gehörenden technischen Geräte zu Beginn des
Jahres in ein neues Depot verdeutlichte die Relevanz
der Beschäftigung nicht nur mit den Einkanal-Videos,
die im Videorestaurierungs- und -digitalisierungspro-
jekt von 2015 bis 2020 vertieft bearbeitet wurden, son-
dern auch mit weiteren zeitbasierten Arbeiten, die Teil
der Grafischen Sammlung sind. Neben Ein- und Mehr-
kanalvideos umfasst dieser Zuständigkeitsbereich auch
Film und Installationen mit Video-, Film-, Audio- oder
Dia-Komponenten. Da diese Werke in ihrer Grundstruk-
tur häufig komplex sind und darüber hinaus gewisse
Anforderungen an ihre Lagerung und Erhaltung stellen,
zeigte sich ausgehend vom Umzug die Wichtigkeit einer
eingehenden Dokumentation und Sicherung dieser Wer-
ke. In einem Projekt Ende des Jahres konnte ein abtei-
lungsübergreifendes Team - bestehend aus der Kunst-
historikerin Simone Gehr [Grafische Sammlung], der
Medienrestauratorin El&onore Bernard (Restaurierung)
und dem Audio-Video-Techniker Tony Kranz (Technischer
Dienst) - für zehn der betroffenen Werke eine umfang:
reiche Recherche in den Archivunterlagen durchführen,
die Inventarisierung überarbeiten, Erhaltungsfragen der
Medienbestandteile diskutieren und die Erfassung der
werkzugehö6örigen Geräte überprüfen. Bei den in diesem
Projekt berücksichtigten Werken handelt es sich nur um
einen kleinen Teil der zeitbasierten Arbeiten. Die Doku-
mentation des Vorgehens und der Erfassungsrichtlinien
soll zukünftigen Projekten zu diesem Bestand der Grafi-
schen Sammlung als Grundlage dienen.
KUNST BIS 1945
In diesem Jahr zielte die Arbeit im Bereich der älteren
Kunst schwerpunktmässig auf die Inventarisierung, Digi-
talisierung und Restaurierung der Skizzenbücher Rudolf
Kollers: Das Einscannen sämtlicher Skizzenbücher von
Koller, ein Projekt, das bereits 2020 begann, konnte die-
ses Jahr abgeschlossen werden. Darüber hinaus wurde
ein Grossteil der entnommenen Skizzenbuchseiten durch
Thorsten Strohmeier fotografiert. Auch die Restaurierung
sowohl der Skizzenbücher selbst als auch der entnom-
menen Skizzenbuchseiten ist erfolgreich durchgeführt
und von unserer Papierrestauratorin Rebecca Honold
koordiniert worden. Sira Nold, die das Projekt rund um
Kollers Skizzenbücher massgeblich betreute, konnte
die Bücher parallel dazu in einem derartigen Umfang in
Jnsere Datenbank einpflegen, dass nun über die Seite
digital.kunsthaus.ch sukzessive dieser kostbare Bestand
einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht wird: Seit
Ende des Jahres können zehn der insgesamt 67 Skizzen-
bücher digital durchgeblättert werden, weitere Bücher
werden folgen. Der Stiftung Familie Fehlmann ist es zu
verdanken, dass diese Unternehmung in einem solchen
Umfang angegangen werden konnte. Neben dieser ar-
beitsaufwendigen Erschliessung unseres Skizzenbuchbe-
stands konnten durch Ausstellungsprojekte in dem nun
für Grafik vorgesehenen «Dreiecksraum» Höhepunk-
te aus dem reichen Bestand an Zeichnungen Alberto
Giacomettis präsentiert werden, seien diese durch interne
Ankäufe, durch das Legat Bruno Giacometti oder als
Dauerleihgabe seitens der Alberto Giacometti-Stiftung
ans Haus gelangt. Die andere uns neuerdings zur Ver-
fügung stehende Räumlichkeit, der «Grafikraum» im
1. Stock des Moser-Baus, bot die willkommene Mög-
lichkeit, dem Legat von Leonie Tobler, die 2002 verstor-
ben ist, eine angemessene Plattform zu bieten. Tobler
nat im Laufe ihres Lebens eine beachtliche Sammlung
an druckgrafischen Blättern von Lucas van Leyden über
Rembrandt van Rijn bis zu Felix Vallotton angelegt. Die
Namen der in ihrer Sammlung vertretenen Künstler liest
sich wie ein «Who’s Who» in der Geschichte der Druck-
grafik und die Ausstellung erlaubte es dementsprechend