Volltext: Jahresbericht 2021 (2021)

AKTIVITÄTEN 2” 
Zeichnungen des Künstlers und Choreografen William 
Forsythe, die während des Stücks «Human Writes» ent- 
standen sind [siehe S. 26/27). In dem Stück, das 2005 
Premiere am Schiffbau feierte, setzte sich Forsythe mit 
der Unmöglichkeit auseinander, die Menschenrechte 
überall und dauerhaft in Kraft zu setzen. Auch Werke von 
Janh Vö und Harald Naegeli erhielten wir als Schenkun- 
gen. Für diese grosszügigen Donationen möchten wir uns 
ganz herzlich bedanken. 
ZEITBASIERTE ARBEITEN 
Der Umzug der Videosammlung und der zu einzelnen 
Werken gehörenden technischen Geräte zu Beginn des 
Jahres in ein neues Depot verdeutlichte die Relevanz 
der Beschäftigung nicht nur mit den Einkanal-Videos, 
die im Videorestaurierungs- und -digitalisierungspro- 
jekt von 2015 bis 2020 vertieft bearbeitet wurden, son- 
dern auch mit weiteren zeitbasierten Arbeiten, die Teil 
der Grafischen Sammlung sind. Neben Ein- und Mehr- 
kanalvideos umfasst dieser Zuständigkeitsbereich auch 
Film und Installationen mit Video-, Film-, Audio- oder 
Dia-Komponenten. Da diese Werke in ihrer Grundstruk- 
tur häufig komplex sind und darüber hinaus gewisse 
Anforderungen an ihre Lagerung und Erhaltung stellen, 
zeigte sich ausgehend vom Umzug die Wichtigkeit einer 
eingehenden Dokumentation und Sicherung dieser Wer- 
ke. In einem Projekt Ende des Jahres konnte ein abtei- 
lungsübergreifendes Team - bestehend aus der Kunst- 
historikerin Simone Gehr [Grafische Sammlung], der 
Medienrestauratorin El&onore Bernard (Restaurierung) 
und dem Audio-Video-Techniker Tony Kranz (Technischer 
Dienst) - für zehn der betroffenen Werke eine umfang: 
reiche Recherche in den Archivunterlagen durchführen, 
die Inventarisierung überarbeiten, Erhaltungsfragen der 
Medienbestandteile diskutieren und die Erfassung der 
werkzugehö6örigen Geräte überprüfen. Bei den in diesem 
Projekt berücksichtigten Werken handelt es sich nur um 
einen kleinen Teil der zeitbasierten Arbeiten. Die Doku- 
mentation des Vorgehens und der Erfassungsrichtlinien 
soll zukünftigen Projekten zu diesem Bestand der Grafi- 
schen Sammlung als Grundlage dienen. 
KUNST BIS 1945 
In diesem Jahr zielte die Arbeit im Bereich der älteren 
Kunst schwerpunktmässig auf die Inventarisierung, Digi- 
talisierung und Restaurierung der Skizzenbücher Rudolf 
Kollers: Das Einscannen sämtlicher Skizzenbücher von 
Koller, ein Projekt, das bereits 2020 begann, konnte die- 
ses Jahr abgeschlossen werden. Darüber hinaus wurde 
ein Grossteil der entnommenen Skizzenbuchseiten durch 
Thorsten Strohmeier fotografiert. Auch die Restaurierung 
sowohl der Skizzenbücher selbst als auch der entnom- 
menen Skizzenbuchseiten ist erfolgreich durchgeführt 
und von unserer Papierrestauratorin Rebecca Honold 
koordiniert worden. Sira Nold, die das Projekt rund um 
Kollers Skizzenbücher massgeblich betreute, konnte 
die Bücher parallel dazu in einem derartigen Umfang in 
Jnsere Datenbank einpflegen, dass nun über die Seite 
digital.kunsthaus.ch sukzessive dieser kostbare Bestand 
einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht wird: Seit 
Ende des Jahres können zehn der insgesamt 67 Skizzen- 
bücher digital durchgeblättert werden, weitere Bücher 
werden folgen. Der Stiftung Familie Fehlmann ist es zu 
verdanken, dass diese Unternehmung in einem solchen 
Umfang angegangen werden konnte. Neben dieser ar- 
beitsaufwendigen Erschliessung unseres Skizzenbuchbe- 
stands konnten durch Ausstellungsprojekte in dem nun 
für Grafik vorgesehenen «Dreiecksraum» Höhepunk- 
te aus dem reichen Bestand an Zeichnungen Alberto 
Giacomettis präsentiert werden, seien diese durch interne 
Ankäufe, durch das Legat Bruno Giacometti oder als 
Dauerleihgabe seitens der Alberto Giacometti-Stiftung 
ans Haus gelangt. Die andere uns neuerdings zur Ver- 
fügung stehende Räumlichkeit, der «Grafikraum» im 
1. Stock des Moser-Baus, bot die willkommene Mög- 
lichkeit, dem Legat von Leonie Tobler, die 2002 verstor- 
ben ist, eine angemessene Plattform zu bieten. Tobler 
nat im Laufe ihres Lebens eine beachtliche Sammlung 
an druckgrafischen Blättern von Lucas van Leyden über 
Rembrandt van Rijn bis zu Felix Vallotton angelegt. Die 
Namen der in ihrer Sammlung vertretenen Künstler liest 
sich wie ein «Who’s Who» in der Geschichte der Druck- 
grafik und die Ausstellung erlaubte es dementsprechend
	        
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