Volltext: Jahresbericht 2021 (2021)

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AKTIVITÄTEN 
GEMÄLDE 
Das Werk «Petales et jardin de la nymphe Ancolie» vor 
Max Ernst fand Anfang des Jahres eine neue Heimat In 
einer gigantischen Klimavitrine in der Kunsthaus-Bar. 
Der Planungsaufwand hat sich nicht nur für dieses Werk, 
sondern auch für Delaunays grossformatiges «Formes 
circulaires» gelohnt: Auch ausserhalb der klimatisier- 
ten Ausstellungsräume können sie so voll zur Geltung 
kommen. Mitte April fiel der Startschuss für den Einzug 
der Sammlung Bührle in die dafür vorgesehenen Räume 
im Chipperfield-Bau. Anfang Juli kamen dann die Werke 
aus der Sammlung Looser und Merzbacher dazu. Ne- 
ben der Zustandskontrolle der insgesamt 310 Leihgaber 
aus diesen drei Sammlungen wurde die Einrichtungs- 
phase von kleineren, konservatorischen Massnahmer 
begleitet. Die Massnahmen an den rund 75 Werken der 
Sammlung Merzbacher gestalteten sich umfassender 
mit zeitweise bis zu fünf beteiligten Restauratorinnen. 
Neben der Zustandsdokumentation der Werke in Schrif 
und Bild wurden Malschichtoberflächen und Rahmen ge 
reinigt, gefestigt und retuschiert. Da alle Werke verglasi 
und einzelne in Schutzkästen montiert wurden, musste 
die Rahmung entsprechend angepasst und die Montage 
der Werke verbessert werden. Durch die Aufnahme in das 
2021 Art Conservation Project der Bank of America wurde 
es möglich, Mark Rothkos «Untitled (White, Blacks, Grays 
on Maroon)» von 1963 genau zu untersuchen und für die 
Präsentation bestmöglich vorzubereiten. Neben Fragen 
zu den verwendeten Pigmenten und eventuellen Farb- 
veränderungen ging es vor allem darum, die recht dicke 
Staubschicht von der extrem empfindlichen Oberfläche zu 
entfernen, was mit einer eigens dafür optimierten Metho- 
de aus Flachstrahldüse (sanfter Luftstrahl) und weichem 
Vergolderpinsel nahezu berührungsfrei gelang. 
SKULPTUREN /PLASTIKEN 
Gleich zu Beginn des Jahres galt es, das im Vorjahr be- 
gonnene Calder-Restaurierungsprojekt mit der Hängung 
des Mobiles im Chipperfield-Bau abzuschliessen. Auf 
knapp 15 Meter Höhe zog das erste Kunstwerk dort ein. 
‚m Laufe des Jahres wurden mit der Ankunft der gros- 
sen Sammlungskonvolute diverse aufwendige Restaurie- 
rungsmassnahmen, wie z. B. die Reinigung der lackierten 
Aluminium-Arbeit «White Curve» von Ellsworth Kelly aus 
der Sammlung Looser nötig. Auch das Werk «Untitled» 
aus Messing von Donald Judd wurde gereinigt und auf 
Hochglanz poliert. Der Chipperfield-Bau hat die Ausstel- 
‚ungsfläche fast verdoppelt, und so zeichnet sich bereits 
deutlich ab, dass die Galeriepflege, d. h. das Entstauben 
und Prüfen der Werke, im gesamten Museum bedeutend 
mehr Zeit in Anspruch nehmen wird. Neben den aufwen- 
digen Arbeiten in den Aussenlagern kam aber auch das 
Alltagsgeschäft in dieser Zeit nicht ganz zum Erliegen: So 
wurde z. B. ein Konvolut von 14 Skulpturen und Plastiken 
für eine Ausleihe ins Aargauer Kunsthaus restauratorisch 
vorbereitet. Auch die Arbeit «Konstruktion in Messing» 
von Max Bill wurde im Vorfeld der Ausleihe ans Zentrum 
Paul Klee, Bern, gereinigt und poliert; zu den Vorberei- 
tungen gehörte auch eine Recherche zur Präsentation. Im 
Bereich der Ausstellungen ist besonders der aufwendige 
Aufbau der Arbeit «The 2000 Sculpture» von Walter De 
Maria hervorzuheben. 
MEDIENKUNST UND INSTALLATIONEN 
Die schriftliche Dokumentation von Medienkunstwerken 
und Installationen kann, anders als bei den traditionellen 
Gattungen, als konservatorische (substanzerhaltende/ 
schadensvorbeugende] Massnahme bezeichnet werden. 
Sie schafft ein umfassendes Werkverständnis und dient 
so der Planung zukünftiger Erhaltungsmassnahmen und 
der Präsentation. Um möglichst alle relevanten Informa- 
tionen beim Ankauf zu erhalten, also technische Angaben, 
Produktionsgeschichte und Präsentationsdetails, wurde 
2021 ein Fragebogen entwickelt. Auch Künstlergespräche 
dienen diesem Zweck: Dieses Jahr konnten Künstlerinnen 
und Künstler wie Muda Mathis, Pipilotti Rist und Raphael 
Hefti zu ihren Werken befragt werden. Ein weiterer wich- 
tiger Schritt im Bereich Dokumentation war die Erarbei- 
tung eines Erfassungskonzeptes für werkzugehöriges 
Equipment für die hauseigene Datenbank. Bis anhin wur 
de dieses dort nicht zentral erfasst, sondern ausschliess- 
lich mit Hilfe einer Excel-Tabelle verwaltet. Die gute Zu- 
sammenarbeit zwischen den Abteilungen Restaurierung, 
Technischer Dienst und Grafische Sammlung sowie den
	        
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