chereisen zu Eismeeren und Gletschern der letzten Jahre, aber
auch von öffentlichen Archiven. Was wir sehen, ist ein Amalgam
von Eiswelten, die im konstanten Wandel und in der hier
gezeigten Form allmählich leider im Verschwinden begriffen sind.
Die 256 LED-Screens der neusten Generation, die Spiegel und
Truss-Ver klei dung des eigens für das Werk geschaffenen Kubus’
wurden ortsspezifisch für das Kunsthaus Zürich so entwickelt und
in Szene gesetzt, dass die Konstruktion zum einen von aussen als
Gesamtskulptur und von innen wie ein endlos-immersiver Raum
anmutet, zum anderen komplett zusammengepackt und andern-
orts als Leihgabe gezeigt werden kann.
Die Pixel Anadols sind eine Reminiszenz an die Maltupfer des
lmpressionisten Claude Monet, der mit seinen Seerosenbildern
raumgreifende Kunst in Form von Malerei vorwegnahm. Anadol
hat den Begriff «Data-Painting» geprägt, um seine innovative, KI-
gesteuerte Technik zu beschreiben, bei der Daten die Palette und
Algorithmen den Pinsel ersetzen. Hier entwickeln sich die Bilder
dynamisch und nehmen in einem ständigen Fluss immer neue For-
men an. Dieser Ansatz hinterfragt den konventionellen Kunstbe-
griff als abgeschlossenes und statisches Unterfangen.
«Glacier Dreams» ist ein von Julius Bär kommissioniertes,
multisensorisches KI-Werk im Rahmen der NEXT-Initiative der
Bank, welche die Schnittmenge von Kunst, Wissenschaft und Tech-
nologie untersucht. Julius Bär bringt mit dieser Schenkung die
Verbundenheit zu ihrer Heimatstadt Zürich zum Ausdruck und
möchte Besucherinnen und Besuchern damit ein einzigartiges Er-
lebnis bieten.
Cathérine Hug, Kuratorin