Full text: Jahresbericht 2024 (2024)

50 AKTIVITÄTEN 
Für die Sammlung des Kunsthauses war 2024 ein ereig- 
nisreiches Jahr. Anfang 2023 waren während der Arbei- 
ten zur Behebung des Brandes von 2022 zwei kostbare 
niederländische Gemälde einer langfristig im Kunsthaus 
deponierten privaten Sammlung verschwunden. Sie 
konnten im Mai 2024 unversehrt und in gutem Zustand 
sichergestellt werden. Die Freude war gross, nicht zuletzt 
bei den Eigentümern. Diese haben die Gruppe ihrer im 
Kunsthaus deponierten Werke sogar um ein Gemälde des 
Malers van den Hoecke erweitert. Wir danken den Eigen- 
tümern herzlich für ihr Vertrauen, ihre Geduld und ihre 
stete Unterstützung! 
NEUZUGÄNGE, SCHENKUNGEN   
UND DAUERLEIHGABEN 
Bleiben wir beim Thema der Neuzugänge des Jahres 
2024. Sie sind alle auf S. 54 – 61 im Detail verzeichnet. 
Eine Auswahl Neuzugänge wird wie üblich im Bildteil 
(S. 12 – 48) vorgestellt. Im vorliegenden Text werden in der 
Folge Schenkungen und Dauerleihgaben aus den Kate- 
gorien Gemälde, Skulpturen und Installationen eigens 
erwähnt. Schenkungen bzw. Dauerleihgaben betreffend 
Werke auf Papier, Videos, Fotografien und Werke der Me- 
dienkunst sind demgegenüber im Bericht der Grafischen 
Sammlung (siehe S. 80 / 81) zu suchen. 
Herzlich verdankt werden Schenkungen von Werken 
Jonathan Monks seitens der Familie Raeber und von 
Tobias Kaspar seitens dieses Künstlers selbst. Was die 
Dauerleihgaben angeht, sind aus den Bereichen Gemäl- 
de, Skulpturen und Installationen zusätzlich zum oben 
genannten Werk Robert van den Hoeckes zu erwäh- 
nen: Werke der Vereinigung Zürcher Kunstfreunde, der 
Mariann Steegmann Art Foundation (ein Gemälde von 
Alberto Giacometti), der Sammlung Gabriele und Werner 
Merzbacher (ein Gemälde von Alexej von Jawlensky) so- 
SAMMLUNG 
wie aus einer Schweizer Privatsammlung (zwei Gemälde 
Ferdinand Hodlers, eines von Gerhard Richter und eines 
von Francis Bacon). Aus einer zweiten Sammlung wurde 
uns eine Vitrine von Joseph Beuys als Dauerleihgabe an- 
vertraut, die sich inhaltlich auf James Joyce bezieht und 
damit auch einen Zürich-Bezug hat. Wir danken allen 
Dauerleihgeberinnen und Dauerleihgebern ganz herzlich. 
Zu verzeichnen sind im Berichtsjahr zudem ungewöhnli- 
cherweise gleich mehrere Abgänge, darunter sieben Dau- 
erleihgaben und ein Sammlungswerk. Alle diese Werke 
sind auf S. 62 des vorliegenden Jahresberichts aufgezählt. 
Der Ausgang eines Sammlungswerks, eines frühen Ge- 
mäldes von Claude Monet, wird auf S. 53 im Text zur Ar- 
beit der Abteilung Provenienzforschung erläutert. 
NEUPRÄSENTATION DER SAMMLUNG LOOSER 
Ein Hauptprojekt des Berichtsjahrs war die am 28. No- 
vember 2024 im Chipperfield-Bau eröffnete Neupräsen- 
tation der Sammlung Looser. Diese Sammlung ist seit 
Oktober 2021 mit einer Dauerleihgabe von rund 70 Wer- 
ken im Kunsthaus präsent und wird in Form wechseln- 
der Präsentationen gezeigt. Hauptakzente bilden Werke 
des Abstrakten Expressionismus, der Minimal Art und 
der italienischen Arte Povera. Die Neupräsentation rückt 
Giuseppe Penone (*1947), einen der Hauptvertreter der 
Arte Povera, ins Zentrum. Arte Povera bedeutet wörtlich 
«arme Kunst». Gemeint war damit das Schaffen von Kunst 
ohne die Einschränkungen traditioneller Praktiken und 
Materialien. Zum Einbezug dieser Kunst in seine Samm- 
lung sagt Hubert Looser: «Ich wollte den Amerikanern 
mit ihrer abstrakten Kunst eine europäische Richtung 
gegenüberstellen. Da wurde ich auf die Arte Povera auf- 
merksam.» Penones Werke werden von Arbeiten geistes- 
verwandter Künstler wie Lucio Fontana und Mario Merz 
begleitet. Zusätzlich runden Meisterwerke von Willem de
	        
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