65 AKTIVITÄTEN
EINE ZUKUNFT FÜR DIE VERGANGENHEIT.
SAMMLUNG BÜHRLE: KUNST, KONTEXT, KRIEG
UND KONFLIKT
Diese im November 2023 eröffnete Ausstellung war im
ganzen Berichtsjahr für das Publikum geöffnet. Sie ist als
fortlaufender Prozess zu verstehen und wartete entspre-
chend auch im Berichtsjahr mit Neuerungen auf:
Am 1. Februar ging die neue Website zur Ausstellung on-
line. Ebenfalls im Februar startete die zweite Phase der
Ausstellung mit der Performance «rock to jolt [ ] stagger
to ash» von Alexis Blake, in Zusammenarbeit mit Kurator
Krist Gruijthuijsen. Von April bis Mai umfasste das Be-
gleitprogramm ein Filmscreening und Gespräch mit Irma
Frei und Yves Demuth, einen Artist Talk mit Miriam Cahn,
eine Podiumsdiskussion mit Thomas Hirschhorn, Anita
Haldemann und Angeli Sachs sowie eine Buchvernissage
mit Nikola Doll, Stefanie Mahrer und Marcel Brülhart. Die
Gespräche wurden von Redakteurin Antje Stahl moderiert,
Direktorin Ann Demeester eröffnete die Veranstaltungs-
reihe.
Im Juni 2024 nahm die Bührle-Stiftung fünf Gemälde aus
der Dauerleihgabe an das Kunsthaus aus der Ausstel-
lung. Es sind Bilder, die von NS-Verfolgten zwischen 1933
und 1945 ausserhalb des NS-Machtbereichs verkauft
worden waren. Diese Verkäufe werden heute je nach den
konkreten Umständen auch als NS-verfolgungsbedingte
Entzüge und somit als NS-Raubkunst beurteilt. Gemäss
Leihvertrag mit der Bührle-Stiftung sollen solche Gemäl-
de nicht mehr öffentlich gezeigt werden. Die Stiftung als
Eigentümerin der Werke hat diese daher zurückgenom-
men und ist gegenwärtig im Gespräch mit den Rechts-
nachfolgern der früheren Besitzenden.
Ende Juni 2024 wurde der Bericht des Historikers Raphael
Gross und seines Teams publiziert. Gross war 2023 von
Stadt und Kanton Zürich und der Zürcher Kunstgesell-
schaft beauftragt worden, die Provenienzforschung der
Stiftung Sammlung E. G. Bührle unabhängig zu überprü-
fen. Der Bericht wurde in die Ausstellungsräume inte-
griert und liegt dort auf. Im Herbst 2024 haben die
Zürcher Kunstgesellschaft und das Kunsthaus Zürich
gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern der Stadt
Zürich ein erstes Gespräch mit dem Stiftungsrat der
Stiftung Sammlung E. G. Bührle über die Zukunft der