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In den letzten Jahren ist man sich, und das weit über den
Kulturbetrieb hinaus, einig geworden, dass die (Kunst-)
Geschichte nicht von einigen wenigen geschrieben wer-
den darf. Unsere Ausstellung trägt zur Kanonisierung
dieser wichtigen und bislang unterschätzten Position bei.
Kogelnik war in vielerlei Hinsicht eine Brückenbauerin:
Die Künstlerin verbrachte ihr Leben auf beiden Seiten
des grossen Teiches und überwand immer wieder stilis-
tische wie thematische Schranken. Sie arbeitete zuerst
als expressionistische Malerin, experimentierte mit der
Kollage, Airbrush, oder auch mit neuen Materialien wie
Vinyl und althergebrachten wie Keramik. Unsere Retro-
spektive umfasste rund 150 teils sehr grosse Formate
aus vier Jahrzehnten künstlerischer Produktion, die ein
repräsentatives Gesamtbild von Kogelniks Œuvre vermit-
teln sollten. Über ihre visionäre, vorausschauende Kraft
äusserte sie sich unprätentiös einmal so: «I tell people
what’s coming, they laugh and then two years later they
say, you were right. I guess I just have a sense for time and
what expresses it.» (New York, 1966).
Im Rahmen dieser Ausstellung ist ein Katalog erschie-
nen, und es fand ein vielseitiges Rahmenprogramm von
Führungen bis Workshops zu generativer KI statt. Die
Massenmedien berichteten viel, die Chefredakteurin von
«monopol» (Berlin) schrieb dazu: «Bei ihr haben auch
die Skelette Swing, so wie die fröhliche Pop-Ästhetik Tie-
fe. Dass diese Werke 50, 60 Jahre alt sind: Man kann es
kaum glauben.»
Unterstützt durch die UNIQA Kunstversicherung Schweiz,
die Albers & Co AG und die Truus und Gerrit van Riems-
dijk Stiftung.
Cathérine Hug, Kuratorin
FAITH RINGGOLD
Im Frühjahr wurden im Foyer Haefner im Chipperfield-Bau
vier grosse Textilarbeiten der US-amerikanischen Künst-
lerin Faith Ringgold (1930 – 2024) gezeigt. Nach der Prä-
sentation der Sammlungswerke der Künstlerin Małgorzata
Mirga-Tas wurde das Foyer damit zum zweiten Mal einer
bedeutenden künstlerischen Position gewidmet, die sich