FÜR DIE NEUE BEWEGUNG IN DER KUNST. 
Der Streit um die Kunst war wohl nie so gross und so 
verwickelt, als in unserer Zeit. 
Mit dieser Ausstellung hoffen wir ein Weniges beizu 
tragen, die Situation zu klären. 
Wir glauben nur an eine Kunst. 
Es gibt für uns nicht den nach Graden eingeteilten 
Unterschied von sogenannter freier, dekorativer oder kunst 
gewerblicher Kunst. 
Wir unterscheiden Kunst oder Nichtkunst. 
Das grosse Publikum nennt und hält im allgemeinen 
für Künstler: 
Jeden, der öffentlich oder privatim mit mehr oder 
weniger Geschicklichkeit eine Geige kratzt oder Klavier spielt. 
Alles für Kunst, was in Kramläden, Ausstellungen und 
Museen aufgehängt oder gezeigt wird. 
Man macht freilich den Unterschied von «ganz grossen» 
und «kleinen» Künstlern. 
Und so ist es verständlich, dass im allgemeinen immer 
die Grossen erst für klein, und die Kleinen für gross ge 
halten werden. Oder wie wir es meinen: 
Nichtkunst für Kunst genommen wird. 
In der Musik haben wir einen guten Namen für Musiker, 
die nicht Künstler sind, er heisst Virtuose; ihre Zahl ist 
Legion, die Künstler aber sind zu zählen an den Fingern 
einer Hand. 
Dasselbe gilt nun für die Malerei, tausende von »Kunst 
malern« oder Malvirtuosen bemühen sich, nach irgend einem 
altbewährten oder neuentdeckten, modegewordenen Rezept, 
schöne Leinwand mit Ölfarbe zu bedecken. 'Warum, wozu? 
Geld und Ehre erlangen nur wenige, denn der Markt ist 
überfüllt; bleibt anzunehmen, dass es eine ansteckende 
Seuche, oder etwas wie eine irregeleitete Sehnsucht ist. 
Das Volk aber muss Kunst vom blossen, sich fürchter 
lich breitmachenden Virtuosentum unterscheiden und trennen 
lernen.
	        

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