Full text: Ausstellung George Grosz

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gung, cs handle fich um Schönheitsfehler eines in der Hauptfache 
amüfanten Gebildes. Damals ergötzten wir uns am Wilhelm-Bufch- 
Jllbum, dichteten den Radikalismus unterer eigenen Befchwerden 
und unterer ungemütlichen Feindfchaft gegen die Zeitgenoffen- 
fchaft den gemütlichen Frozzeleien diefes nationalliberalen Griffel- 
humoriften an, eines zeichnerifchen Otto Reuters der fiebziger Jahre. 
Später uerrannten wir uns wieder, indem wir den „Simplicissimus“ 
uorbehaltlos für uoll nahmen, unteren lüahrheitsfanatismus und 
bleibenden Reuoltedrang feinem talentierten Spaf^machertum 
unterfchoben. 
Heut endlich begrüben wir das „Ecce homo“ und lefen immer 
wieder in ihm. Darin ift kein Kompromiß, kein Tlachlaffen, keine 
Schmeichelei. Du fchlägft das Werk auf und haft die Quinteffenz 
uon dem, was dich umgibt: die Sorte, die dich zu regieren bean- 
fprucht; die Stupidität der Untertanen, die folchen Anfpruch er 
möglicht und begünftigt; die unendliche Hiesheit deiner eigenen 
Hittelftandsherkunft; die doofe, fchmierige, unreelle Harke „ 6rotik“,
	        

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