Full text: Félix Vallotton - 1865-1925

gekehrten“ Franzosen für ihr Land zu beanspruchen; während 
Frau Hahnloser in ihrem groß angelegten Lebensbuch „Felix 
Vallotton et ses Amis“ von 1936 alle greifbaren und unwägbaren 
Argumente vereinigt, um sein eingeborenes, unaustilgbares Schwei- 
zertum zu belegen. 
Neben den durch die Bücher vertretenen Tatbeständen und 
Meinungen besteht in Paris und in der Schweiz eine direkte, noch 
nicht erstarrte Tradition innerhalb der Gruppen seiner französi- 
schen und schweizerischen Angehörigen und Freunde, mit dem 
Vorbehalt ihrer Retuschen an allem über den Künstler bisher 
geschriebenem und gedrucktem. Eine solche Stimme äußert sich 
in dem unsern Katalog einleitenden „Hommage d’amitie“ von 
Charles Montag, der während zwei Jahrzehnten Vallotton gekannt 
und ihn seinerzeit den Winterthurer Kunstfreunden zugeführt hat. 
Vallotton selber beleuchtet und forscht sein Leben aus in einem 
bisher nicht veröffentlichten Tagebuch. Charles Fegdal stützt mit 
Stellen daraus seinen Text, Hedy Hahnloser genießt für ihr Buch 
darüber hinaus den Vorzug, aus einem Bund vertraulicher, oft 
eben so bekenntnishafter Briefe schöpfen zu können. In dem selbst- 
biographischen Roman „Un meurtre“, der nach dem Tod von 
Vallotton mit dem Titel .„„La vie meurtriere“ zuerst von Januar 
bis März 1927 in den Heften des „Mercure de France“, dann 
in einem von Andre Therive besorgten Buch 1930 in Lausanne 
gedruckt worden ist, bemüht er sich, persönliche Angst und Not 
sich vom Herzen oder vom Gewissen zu schreiben. Nach H. Hahn- 
loser ist diese Erzählung sein erstes literarisches Werk. Kaum vor 
der Heirat kann der Familien- und Sittenroman „Cyprien Morus“ 
entstanden sein. Ein Einakter „L’homme fort“ datiert von 1907/08. 
Einige weitere Theaterstücke liegen im Manuskript beim Nachlaß 
oder sind verschollen. 
An Kunstfragen hat Vallotton Feder und Geist schon früh geübt 
und bewährt. 1886 schreibt er zum erstenmal über den Pariser 
Salon an das Journal de Lausanne. Von 1890 bis 1895 ist er Mit- 
arbeiter der Gazette de Lausanne mit Pariser Kunstbriefen. Seine 
Kritiken sind ruhig in der Haltung, rasch zum wesentlichen durch- 
dringend, deutlich und ohne Schonung gegenüber wertlosem, doch 
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