Full text: Félix Vallotton - 1865-1925

Nach dem Werkverzeichnis mit seiner Einteilung nach Jahren 
und den so kurzen wie treffenden Benennungen der inhaltlich oft 
wenig verschiedenen Bilder ordnet und gliedert sich das für den 
Betrachter nach seinen Grenzen wie in sich selber schwer überseh- 
bare anderthalb Tausend Arbeiten; es ist der unentbehrliche und 
beste Führer für den, der vor den Bäumen auch den Wald zu sehen 
wünscht. 
Die Wiedergabe des Verzeichnisses im Ausstellungskatalog, nicht 
nur finanziell ein Wagnis, beruht auf der Meinung, daß die Besucher 
der Ausstellung und die sonstigen Freunde des Künstlers daran 
Interesse und mehr finden können. In der Beschaffenheit und 
Schichtung der Gruppen, aus denen das Werk sich aufbaut, treten 
die für ihn maßgebenden Wünsche und Regungen zu Tage, die 
unablässige innere Bewegung des oft als kalt und unbeteiligt mis- 
verstandenen Meisters: Der Beginn als Bildnismaler, das Eindrin- 
gen und zeitweilige Überwiegen der Sittenschilderung als Malerei 
und Graphik, das Zurückfinden der Malerei zu der einfachen, aber 
eindringlichsten Darstellung des Gegenständlichen und Zuständli- 
chen, der Aufblick zum Tragischen unter der Bedrückung des 
Krieges; das Auf- und Abschwellen der Leistung nach Ziel und 
Umfang; der Wechsel in der Wahl der Umgebung und des Um- 
gangs mit Menschen, Dingen und der offenen Natur. 
Die Ausstellung ist eine Auswahl aus dem durch das „Livre 
de Raison“ erschlossenen Gesamtwerk, mit dem Bestreben, bei der 
mengenmäßig gegebenen Beschränkung von dem thematisch und 
künstlerisch Wesentlichen möglichst wenig zu opfern. Mit der Bei- 
gabe der Nummern des Werkverzeichnisses zu den Titeln des 
Ausstellungskataloges bleibt jedes Werk der Ausstellung an seinem 
Platz im Gesamtwerk und damit im Zusammenhang mit dem 
besonderen stofflichen und formalen Ideenkreis, dem es entsprun- 
gen ist. Bei den wenigen Arbeiten, die im Gesamtverzeichnis nicht 
erwähnt oder erkennbar sind, wird die Verbindung durch Ent- 
stehungszeit, Thema und künstlerische Haltung gewahrt. Zur 
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