Darf ich uns vorstellen? Kijk eens, wij sijn Kurt Schwitters, 
nicht dada, sondern MERZ; Theo van Doesburg, nicht dada, 
sondern Stijl; Petro van Doesburg, Sie glauben es nicht, aber 
sie nennt sich dada; und Huszar, nicht dada, sondern Stijl. 
Sie werden erstaunt fragen: »Warum kommen nicht Dadaisten, 
um uns dada vorzumachen?« Kijk eens, das gerade ist das Ge* 
raffineerde van onze Kultuur, daß ein Dadaist, weil er eben 
Dadaist ist, nicht den im Publikum schlummernden Dadaist 
mus wecken und künstlerisch läutern kann. Begrijp U dat? 
Und alle Euter läuten. Kijk eens, die Zeit der Gegenwart ist 
nach unserer Meinung dada, nichts als dada. Es gab ein klas* 
sisches Altertum, ein gothisches Mittelalter, eine Renaissance, 
eine Biedermeierzeit und eine Dadaneuzeit. Unsere Zeit heißt 
dada. Wir leben im Dadazeitalter. Wir erleben im Zeitalter 
dada. Nichts ist für unsere Zeit so charakteristisch wie dada. 
Denn unsere Kultur ist dada. In keiner Zeit gab es so enorme 
Spannungen wie in unserer. Es gab keine Zeit, die so stillos 
war wie unsere. DADA ist das BEKENNTNIS zur STIL- 
LOSIGKEIT. Dada ist der Stil unserer Zeit, die keinen Stil 
hat. Begrijp U dat? 
Ihr meint nun, Holland wäre doch nicht dada, denn Holland 
ist doch nicht so stillos wie Deutschland. Oder? Aber Ihr irrt 
Euch. Auch Holland ist dada, und unser Publikum versucht 
sogar zu beweisen, daß Holland noch weit dadaistischer ist 
als Deutschland. Nur schläft Holland noch, und Deutschland 
weiß schon, wie stillos es ist. Wenn z. B. ich mit D*Zug 1. Klasse 
an den lyrischen Windmühlen vorbeifahre, und unten fährt 
ein Bursch Mist, über uns aber fährt die Post durch die Luft, 
dann ist das eine enorme Spannung. Ich sende vom fahrenden 
Zuge ein Telegramm an meinen neuen Impresario in Nord* 
amerika, während ein kleiner Hund den Mond anbellt. So* 
eben fährt ein Hundekarren ein Auto um. Sehen Sie, das ist 
Dada. Ich habe z. B. eine Kinderpistole mit Kork am Band. Ich 
lade, indem ich den Kolben herausziehe und kann 300 Schuß 
in der Sekunde abgeben, und in Helder stehen große Kanonen. 
Und die geistigen Spannungen? Hier wie überall wohnen 
dicht beieinander als Mitglieder derselben Gemeinde, unter* 
einander befreundet Anarchisten, Sozialisten, Monarchisten, 
Impressionisten, Expressionisten, Dadaisten. Und die Schön* 
heit, gewissermaßen Kunst? Wo finden Sie Spuren davon? 
Kijk eens, Häuser z. B. sind zum Bewohnen da. Häuser sind 
keine Anschlagsäulen. Der leere Giebel aber ist die Unter* 
hose des Hauses 1 . Und hier wie in Berlin sind die Unterhosen 
1 Architektur.
	        

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