Metadaten: Der Marstall : Zeit- und Streit-Schrift des Verlages Paul Steegemann (1/2)

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über das widerlichste Schriftstück unserer Zeit, und dem Pub 
likum muß es überlassen bleiben, wie es über den Mann mit 
27 Sinnen denkt. A. E. Kruse“ 
Volkswille vom 23.6. 20.: 
Ein Protest. 
Wir erhalten folgende Zuschrift: Die seit mehreren Tagen an 
den Plakatsäulen Hannovers befindlichen Plakate mit der Über 
schrift „An Anna Blume“ haben nach meinen Beobachtungen 
lebhaften Widerwillen unter der Bevölkerung hervorgerufen. 
Meines Erachtens waren es meist vernünftige Menschen, die 
mit Kopfschütteln die Plakatsäule verließen und dabei riefen: 
„Was soll solch ein Blödsinn! Es ist eine Schande, daß das teuere 
Papier für einen derartigen Unsinn verwendet wird!“ Andere 
wieder sagten, man müße beantragen, daß die für das Plakat ver 
antwortlichen Personen einer Irrenanstalt zur Untersuchung über 
geführt werden müßten. 
In welcher Weise sich der Unwille der Bevölkerung Luft macht, 
geht aus folgenden Randbemerkungen hervor, die auf verschiedenen 
der erwähnten Plakate angebracht sind: 
„Du Mammonsknecht, du suchst wohl eine Opferschar, 
die auch verblödet ist, wie es bei dir wohl war? 
Oh, irre dich nicht, du blöder Wicht.“ 
und 
„Mit solchem übergeschnappten „Kunst“-Kram verschwendet man 
das teuere Papier.“ 
und 
„Dieses Plakat hier gehört „beiläufig“ in den Papierkorb.“ 
und 
»Wer dieses Buch kauft und es dann liest, der ist ein Narr und 
Idiot; er erkennt nicht unser deutsches Leid in dieser schmach- 
und drangsalschweren Zeit. 
Ein denkender Arbeiter.“ 
und 
„Der Verfasser scheint aus einer Gummizelle in Langenhagen 
entsprungen zu sein.“ 
und 
„Du kleiner blöder Geisteswicht, du führst deine Mitmenschen 
nicht hinter das „irrende Licht“. Du hast dich mit Hohlheit 
umgeben, o du nichtswürdiges dummes Menschenleben.“ 
Und so weiter.
	        
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