Full text: Neue Jugend (1-5;7-11/12)

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Geburt und Vollendung der Sonne. 
Die .Welt war da, ein Schlund in sich verkrochen, 
Brütender ,Alp des Schlafs. 
Was .irre Sterne eingefangen hielt: 
Waren es Wipfel lautlosen Baums? 
Waren es Bauten ungeheurer Spur? 
Da schäumte Geifer, Blut brach dampfend vor, 
Die Dunkelheit riß sich inmitten auf, 
Ein Schrei des Alls — purpurn und rosenrot! 
O höchstes Weh! 
Dran ich mich halten kann, ist gar nichts außer mir? 
Glorreich aus dem Verderben, 
Da war er schon emporgetaucht — Urvogel! 
Langsam begann er in sein Blau zu steigen, 
Unendlich Feuerschwingen rührend. 
Tot sah das Chaos nach. 
Ist unsre lErde nun aus Licht, 
Klingende Berge . . . wieder wieder lauschend — 
Zwar wendet er den Kopf zurück, hernieder 
Barmherzig oft zum mütterlichen Grauen, 
Stürzt auf uns ein das Meer der dumpfen Nacht. 
Doch ferner wird schon seine Frühlingsstunde, 
Flammender, fürchterlicher stürmt sein Flug, 
Und kürzer werden seine nächtigen Abschiedsblicke. 
Einmal wird er die Finsternis verfallen lassen, 
Und unser goldner Tag wird ewig sein. 
Carlos.
	        
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