Full text: Neue Jugend (1-5;7-11/12)

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Gloriole. 
Zu immer fernerem Gestirn entleuchtet mir Dein Sein. 
Du lä|ßt mich stürzen. Sausend die Luft mein Kleid. 
O, Deiner Gloriole Ewigkeit 
ist für des letzten Wunders Kostbarkeit 
erblüht und schon bereit. 
Ich aber steige in die Nebel jener Jahreszeit, 
wohin vom liditen Glanze Deiner Sfere 
nur noch ein irres Flimmern findet. 
Es ist nicht Weiser mehr dem, der erblindet, 
und zitternd tastet nach dem Bord der schwarzen Fähre. 
Rudolf Börseh. 
Zwei Gedichte 
Vertreibung. 
Als man die Türen vor mir schloß, 
Ging ich zu mir und ging in mich, 
Wo schwarzes Blut von den Wänden floß. 
Das Hungertier heulte fürchterlich. 
Ich jagte in mir selbst umher, 
Zerbarst meine Wände, die Flamme lohte. 
Ich setzte mich ans wilde Meer 
Und lauschte nach dem Tode. 
Herbst. 
Erloschen meine Tänze? 
Blüht nicht mehr dein süßer Ton? 
Sieh, alle alle Kränze 
Verdorrten. Es herbstet schon. 
In den zerfallnen Alleen 
Schleicht müder Greise Schar. 
Die Wolkenfahnen wehen 
Um den zerstörten Altar. 
F. W.Wagner. 
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