Full text: Neue Jugend (1-5;7-11/12)

Schlicht Kreuz aus Holz. 
Er ritt einen Falben gegen den Wind. 
Ich liebte ihn sehr. 
Ich härmte mir meine Augen blind. 
Er kam nicht mehr. 
Sein Blick war blau, sein Haar war blond. 
Und er war stolz. 
Sie gruben sein Grab vor Feindesfront. — 
Schlicht Kreuz aus Holz. 
O. H. Friet. 
Verse 
von Rolf-Günther Kramm. 
Die Nächte sind jetzt so seltsam rot, 
So bleich und erstorben die Tage . . . 
Der Glocken Läuten, einst still und fromm, 
Jetzt tönt es wie Totenklage. 
Von Nebel und Rauch sind die Lüfte schwer, 
Sie drücken auf Haus und Stube, 
Und irgendwo kommt dumpf ein Dröhnen her, 
Als schaufle man dort eine Grube. 
Auf einsamen Wegen, allein und bleich, 
Geh'n Frauen mit müder Gebärde, 
Schwarz ist ihr Kleid, ihr Haupt gesenkt, 
Ihr Blick irrt umflort zur Erde. 
Es geht ein Ungeheuer um, 
Das will die Welt verschlingen . . . 
Am Himmel drohte ein Komet, 
Und eherne Stimmen klingen — 
Im Wind und rufen zum Kampfe auf — 
Es gilt ein gewaltiges Wagen . . . 
Oh still, mein Herz: Kanonenton! 
Der Feind, der Feind ist geschlagen!
	        
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