Full text: Neue Jugend (1-5;7-11/12)

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^ürbejirftfi T 
Es klingt sicher ganz furchtbar, wenn ich als 
sechzehnjährige© Mädel sage : "Ich bin vorbestraft!" 
Und doch ipt es so, }inä an der Tatsache iat nicht 
zu rütteln.vUnd Schuld daran ist unser kleiner 
"Piter", dar einzige und verhätschelte Sohn dar 
Familie Eosner, in Wahrheit ein Dackel, dessen 
Länge man nach Metern misst und dessen frappante 
Aehnlichkeit mit einer Riesenschlange oder dem so 
oft gezeigten sechsbeinigen Ueberdackel nicht zu 
leugnen ist. Er ist immer schön. Kr-ist^schon, wenn 
er im rasenden Galopp seine vier krummen Beinchen 
von sich wirft, er ist schön, wenn seine lange Oh 
ren im Winde flattern oder wenn seine braunen, gros 
sen Augen Dich grüssen und dazh sein Schwänzlein 
gleich einer fremdartigen Fahne schwingt.- Es gibt 
Leute,die behaupten, er sei verschimmelt oder ur 
alt; aber das ist der Plebs, de'nn Piter ist ein 
Tigerdachei und steht in der Blüte seiner Männer 
jahre . - 
An einem herrlichen Frühlingssonntag ging ich 
mit dieser Perle aller Hunde spazieren. Auch an 
Piter ging diese ungeahnte Frühlingssehnsucht nicht 
unbemerkbar vorüber. Und vor einem Haus in der Ho 
henstaufens trasse liess er seinen Gefühlen freien 
Lauf,- -------- 
Warum auch nicht ? Er hielt es nicht für möglich, 
dass Inn irgend ein Mensch in diesem so wichtigen 
und unvermeidlichen Geschäft stören könne. Auch 
ich hatte noch den festen Glauben an eine rücksichts 
volle Menschheit.-- Schon Schiller hat festgestellt, 
dass das Schicksal schnell schreitet. Auch mein 
Verhängnis nahte in der Gestalt eines Schutzmanns. 
Ein Schöneberger Schutzmann ! Was ahnte der von 
der Tiefe einer Humieseele V Ungerührt zog er sein
	        
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