Full text: Neue Jugend (1-5;7-11/12)

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heutigen Jugend auch für diese Kunst interessiert. 
Meine folgenden Angaben beruhen allerdings nur auf 
Beobachtungen und eigenen Anschauungen, und ich weis« 
nicht, ob ich hierin mit der Allgemeinheit harmo 
niere . - 
3. 
Jn Berlin sind wohl die bekanntesten Plakat- 
künstler: Julius Klinger, Lucian Bernhard, Hans Rudi 
Erdt, Julius Gipkens, F. Rumpf, Ernst Deutsch, Robert 
L. Leonard, Lehmann-Steglitz, Rolf Niczky, Stephan 
Krotowski, Leonhard Fries, Joe-Loe, Paul Scheurlch, 
Ernst Neumann und Louis Oppenheim.-Alle diese Künst 
ler entwerfen nicht nur farbige Plakate zum öffentr 
liehen Aushängen, sondern vor allem auch Jnserate in 
Tageszeitungen und Zeitschriften. 
Julius Klinger ist der König der Pla- 
katkünetler, er verfügt über einen so trockenen Humor 
und verbindet damit ein technisches Können, eine 
Raumverteilung mit Schrift und eine Farbenreinheit, 
aie geradezu bewunderungswürdig ist. Als Karikatur 
rist ist Klinger ebenso zu schätzen. Er versteht es, 
die Karikatur mit dem Zweck zu verbinden una besitzt 
ein enormes Können.- 
Lucian Be rnhard zerteilt sich dadurch, 
dass er auch Jnnenarchitekt ist. Seine Plakate sind 
sauber und gut in der Raumverteilung. Bernhard mei 
det grelle Farbentöne und gibt dem Plakat durch sein 
weiches Aussehen eine gewisse Vornehmheit. Aber wirk 
lich Originelles bringt Bernhard nicht. Seine Arbei 
ten sina eindrucksvoll, ater langweilig.- 
Hans Rudi E r d t scheint sich auf die Ci- 
garettenbranche gelegt zu haben. Seine Entwürfe für 
die Firma Batschari, die man in den Berliner Unter 
grundbahnhöfen bewundern kann, zeugen von grossem 
Können und feinem Geschmack. Immer wieder neue Jdeep 
bringt er für Cigaretten und ist ein nicht zu ver
	        
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