Full text: Neue Jugend (1-5;7-11/12)

Sein Zauber, Zufall unter sternenden Geländen, 
Beherzt des Landes Fröhlichkeit mit herben Warten. 
Vom Lenz die Lyrik rankt sich hodi an lieben Wänden, 
Und Eidechsen beäugeln uns im Blau der Scharten. 
Florenz erbringt des Alten wunderbarste Nähe: 
Dir wird, als ob dir Gutes vielzuviel geschehe. 
Der Arno schlummert in Florenz auf Steinterrassen / 
Wie stille Spiegelträume schlafen drinnen Kähne, 
Die kampfbereiten Bürgerhäuser stehn im Nassen 
Und morsche Türme zeigen ihre Weifenzähne. 
Dein Wähnen wird das Bleichgebirge fern erfassen, 
Die Hügel überbürdet ihre Silbermähne. 
Der Hauch der Schneegefilde war in Glut gekommen: 
Die kalte Marmoreinfachheit ist fromm erglommen. 
Am Machthausplatze stehen offne Brückenbogen: 
Durch diese Pforten sollte Volksbegeistrung fluten. 
Wenn sich der hohe Rat der Stadt zurückgezogen, 
Begann das Tagereignis auf dem Markt zu gluten. 
Die fetten Tauben sind verängstigt aufgeflogen. 
Florenz' Geschick entschieden kommende Minuten. 
Sie waren da. Man hat des Bauern Gut erhalten/ 
Der Bürgersinn wird seine Landschaft ausgestalten, 
Das Stadthaupt schenkte Marmorbildern Prachtgemächer. 
Die Niobiden sollten still und kostbar wohnen. 
Apollo überblickt die wohlbepflanzten Dächer. 
Diana findest du beim Teich der Anemonen. 
Die Wangen von Vulkan behauchen Pinienfächer, 
Minerva soll bei den Zypressen schweigsam thronen. 
Die Silberweiher überträumen bleiche Schwäne/ 
Ein Ölbaum schützt Odysseus' zartbemooste Kähne. 
Nun hat auch Bacchus den gesunden Schlaf gefunden. 
Er schlürft im Herbst den Sonnensaft aus reichen Schalen, 
Und muntre Knaben sagen ihm die großen Kunden. 
Er seufzt vielleicht: doch er vergißt die langen Qualen. 
Das alte Schlummern kann dem guten Gotte munden. 
Bald weiß er nichts. Wer träumte noch von Bacchanalen? 
Der Seele Hellas war die Arnostadt beschieden. 
Die Götter sprach ich wohl. Sie schienen mir zufrieden.
	        

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