Full text: Neue Jugend (1-5;7-11/12)

Schriftleitung: Friedrich Hollaender. 
Künstlerische Ausstattung: Hei-Bar. 
Nachdruck nur mit genauer Quellenangabe gestattet. 
Zweites Heft. April 1914, Erstes Jahr. 
Jugendbewegung und „Anfang“. 
Vor einem Jahre erschien das erste Heft des „Anfang, 
Zeitschrift der Jugend“. Die Tageszeitungen berichteten 
über die Gründung des Anfang und erwähnten, daß der 
bekannte Schulreformer Wyneken die verantwortliche Re 
daktion übernommen habe. Deshalb wurde vielfach die irr 
tümliche Meinung laut, die Ziele Wynekens und die der 
neuen Zeitschrift wären vollständig dieselben. Das scheint 
nur so weit richtig zu sein, als es sich auf das Programm 
beider bezieht, wenn man überhaupt von einem festum- 
rissenen Programm bei dieser allgemeinen kulturellen Be 
wegung reden will, es dürfte aber kaum auf alle Einzer 
fälle zutreffen. Ich denke dabei besonders an Wynekens 
Theorie vom objektiven Geist. Auch wird kaum allen die 
Wickersdorfer Schule, die bekannte Gründung Wynekens, 
in ihrer heutigen Gestalt Zusagen, selbst wenn sie der 
Idee einer freien Schulgemeinde an und für sich mit Freuden 
beistimmen. Die neue Bewegung, die durch den „Anfang“ 
hervorgerufen wurde, suchte bald durch eine ausgedehnte 
Tätigkeit ihre Existenzberechtigung zu erweisen. Der „An 
fang“ war das Organ, in dem ihre Wiünsche und Meinungen 
zum Ausdruck kamen. Doch in der treffenden Erkenntnis, 
daß vor allem mündliche Aussprachen geeignet seien, alles 
zu Worte zu bringen, was die Jugend bewegt, wurden 
in Wien, Berlin und verschiedenen anderen deutschen Städten 
die „Sprechsäle“ gegründet. In diesen Sprechsälen erstand 
der Jugend ein Heim, wo sie wirklich fand, was sie suchte: 
Geist von ihrem Geiste. Um aber auch außerhalb der so 
genannten Sprechsäle eine Verbindung der Einzelnen zu 
schaffen, wurden verschiedene Gruppen gebildet, die sich 
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