Full text: Neue Jugend (1-5;7-11/12)

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Johannes: 
Und im Traum löst sich eigenen Begehrens 
unbewußte Erfüllung aus. 
Frau Wegner: 
Das sind mir dunkle Worte, 
seltsame, schlimme — 
noch ahn ich sie kaum — 
Johannes: 
Nicht wahr —, wie große riesenschwarze Vögel 
mit weiten Schwingen rauschend daherziehn. — 
(es wird unterdessen sehr rasch dunkel auf der Szene) 
(Johannes’ Mund ist zu einem teuflischen Grinsen verzogen.) 
Frau Wegner (mit einem Angstgefühl): 
Es wird schon dunkel, Herr Baron, 
der Abend ist dahingeronnen, 
die Wärter werden die Tore schließen — 
Johannes: 
Lassen Sie sich’s nicht verdrießen 
Allerschönste unter den Sonnen, 
sehn Sie — von Leichen eingesponnen, 
metidicrend, haben wir viel gewonnen. 
Sagen Sie; merken Sie das nicht schon? — 
Allerdings, wir vergaßen zu genießen — 
Indessen — 
Frau Wegner: Ich muß nun gehn — 
Johannes: Warum? 
Blicken Sie sich doch erst mal um, 
wie romantisch die Stimmung ist, 
wenn die Nacht den Kirchhof küßt. 
(Ein leiser Regen knistert nieder.) 
Frau Wegner: 
Nun tröpfelt es schon — Gute Nacht —! 
Johannes: 
Wie schade, 
Ich wüßte noch so eine schöne Promenade: 
nämlich zwischen den Feldern R und Q 
geht es immer ganz unheimlich zu. 
Da wandeln zwischen den Gräbern Gestalten, 
die ihre eigenen Köpfe in Händen halten, 
ide sprechen ein launiges Zeug zusammen 
und tanzen Cancan und speien Flammen. 
Wie wär’s? Wenn es erlaubt zu fragen, 
wolln wir uns mal in die Gegend wagen?
	        
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