Full text: Neue Jugend (1-5;7-11/12)

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Arme. Und war doch reich! Und dann — er wußte es 
ja — würde er ihre Liebe empfangen, ihre unermeßliche, 
herrliche Liebe. . . . Und da wurde er ein armer Pierrot... 
Pierrot mit süßen weißen Gewändern, Pierrot! ... ein 
altes, altes Lied. Denn sie liebte einen anderen. Da ver 
blühte er. Verbrandete in seinem Schmerz. Warum? Und 
seine frühe Liebe wurde vom wilden Sturm zerrissen. Weiß 
nicht, ob sie wieder blühen wird, seine Seele. Wenn eine 
andere Sonne ihre Blüte wachküssen wird. Sie wachte, 
ihre Liebe hatte sie blühen machen, gewaltig und reif, und 
soll immer blühen ... für einen anderen. 
Der Frühling ist gekommen und meine weißen Rosen 
haben geblüht. Doch eine Knospe wurde vom Sturm zer 
rissen und verging. Die andere wächst und blüht dem 
großen Tagesgestirn entgegen. . . . 
Jean-Jacques. 
Elegie 
von Georg Muthner. 
für H. 
Die andern können von sich ferne rücken, 
Erinnrung werden lassen 
oder gar vergessen, 
was sie liebten. 
Nur mein Blut kann nicht kühl werden 
und Ruhe finden 
und hält mich lang wach in der Nacht. 
Gespenster toter Hoffnungen 
stehn dicht um mich 
und tun so als lebten sie noch.
	        

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