Full text: Neue Jugend (1-5;7-11/12)

Er, der Nichtmehrironiker hängt die Schwangere an den 
Galgen. 
Der verhaßte Rhythmus wird von der Konzentration 
überwunden. Bis Kubin der Künstler sich verpflichtet meint, 
ein Mensch das Chaos zu erreichen. 
Da er der Romantik gehörte, erwuchs er von uns. 
Er, der über Poe zum hübschen Ewers kam, weiter aber, 
weiter Dostojewski uns sehr gut mit Bildern erschuf, steht 
in Sansara ;e*in Mensch, jein Chaotiker, ein wissender Phantast. 
Seine Originalität besteht in dem unerhörten Ausdruck 
des Wollens. 
Schaffend vertieft er sich. Sprung in das Groteske. Phi 
losophierend. 
Kalt platzt er Körper, indem er Linien und Flächen auf 
ihn konzentriert. 
Bei alledem: Kubin ist nicht visionär und keine Revo 
lution. 
So es die Aufgabe des Künstlers ist, das Chaos wieder 
zubringen, das der Intellekt zu ordnen suchte, bleibt übrig: 
eine Seele, eine Phantasie, eine Begabung. 
Doch sollte uns das nicht vergessen machen: ihn, Kubin, 
den Ueberwinder des verhaßten Rhythmus. Dieser ist ein 
Künstler, schon dadurch, daß sein selbst schafft. 
Er, der diesem Genießen zwar kein Radikalist bleibt; 
— Lebt im Pathos der Phantasie. Als menschlicher Mensch 
— und kein Schmock. 
Fei r efiz. 
Kosmisches Ereignis. 
Von Akmar Erich Günther. 
Prasseln Finsternisse gegen Hirn, 
Salzig spröde bröckelt das Gestirn: 
Aufgetan zur leeren Sterbestunde 
klafft der Tag; 
Seine Wunde 
rafft in Sturz und Schlag. 
Sandige Vergessenheiten 
Hügel ohne Gras; Gebeine 
flattern in das Ungemeine. 
Es gleiten 
— fast entfärbte stille Herde — 
letzte Schmetterlinge an die Erde.
	        

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