Full text: Der Sturm (13 (1922), 5)

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Da erklingt ferner Glockenton und der Tanz bricht ab. Andächtig lauscht alles den feier 
lichen Klängen des Ave Maria. 
Da Sie nun aber die künstlerische Logik nicht sehen können, können Sie nicht be 
urteilen, dass ein Unterschied, ein prinzipieller, aber besonders wichtiger Unterschied 
zwischen den Arbeiten Geisteskranker und künstlerischen Arbeiten besteht; dass die Ar 
beiten Geisteskranker im Wesentlichen keine künstlerische Logik haben, Wie ldcHtC 
Erkältungen, Schnupfen, Husten usw* 
Alles in Allem: 
Weil Merzbilder so viele Vorzüge haben, dass 
sie für Alt wie Jung unentbehrlich sind. 
Nähere Auskunft wird bereitwilligst erteilt. 
GAS-ANSTALT 
6 Unzen Handschuhe 
von Emma 
in einem indischen Maskenkostüm. 
D I E D A 
Kühn in das faule Fleisch der 
u m a 
Selbstverständlich nur prinzipiell, denn es gibt natürlich unter Geisteskranken relativ ebenso 
viele Künstler, wie unter normalen Menschen, vieleicht sogar mehr, da die Beziehungen 
der Geisteskranken zur Kunst nicht durch normale menschliche Logik, etwa wie die Ihre, 
Herr Dr. phil. et med., gestört werden. 
Ueberzeugen auch Sic sich mal von diesen Vorzügen, aber verlang 
gen Sie von Ihrem Schuhmacher ausdrücklich MERZ, der Qualität 
wegen, denn es gibt auch minderwertige Gasbadeöfen. Gibt es da 
eine Wahl? 
Wenn Sie z. B. schreiben, ich hätte mich zu Leistungen begeistern lassen, denen eine be 
denkliche Ähnlichkeit mit den Erzeugnissen Schizophrener innewohnt, dann könnte 
jemand^'mit demselben Rechte behaupten, Sie hätten eine künstlerische Urteilslosigkeit 
gezeigt, der eine bedenkliche Ähnlichkeit mit, Sie wissen ja gut Bescheid über die Namen 
der Geisteskrankheiten, jedenfalls innewohnt. Vielleicht werden Sie alt? Unsere 
Gasbadeöfen in hängender und stehender Form liefern Ihnen 
ohne große Mühe in 15 bis 25 Minuten ein Vollbad in je^ 
der gewünschten Temperatur, Allerdings würde dieser Jemand unberück 
sichtigt lassen, dass 'Sie ja garnicht blöde sind. Sie stellen sich nur urteilslos, um, ja um 
zu kompromittieren, um die Kunst zu kompromittieren.
	        
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