Full text: Der blutige Ernst (6)

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Müller erledigt fix im ästhetischen sämtliche Re 
volten; Aufschreiliteraten erklönen ihm Mittel, 
das Proletariat niederzuhalten und dessen Arbeit als 
geistlos zu verachten, das ist unterwertig zu löhnen. 
Schulze nützt dem Seelenschwindel roter Schar, 
v-erzecht revoltiert er und in Hoetgers Kitschlinie 
manikürt er offizierliche Bravos. 
Der Literat, gewiß kein Prometheus, sondern 
mageres Nebenerzeugnis des potenten Schulze. 
All diese Weltfreunde, die weiter nichts als einen 
Willen zum Drama oder Stil besitzen, sind Schulzens 
armselige Mistgeburt. Der Aufgewichste verödet mit 
Literatur den Proletarier und entfremdet ihn der 
Handlung. Mit Bildung erschlägt man den 
Besitzlosen. 
Der Mensch ist nicht gut, mein lieber Leonhard 
Franck, vor allem ist er Schulze, und hier ist es 
Frage der Rechtschreibung, wie weit er Schulze ist. 
Die Erde wird brauchbar, wenn sie verschulzt 
wurde und wenn man irgendeinem Betrieb Sinn 
unterschiebt, so Schulzen. 
Die Welt ist ein Begleitumstand Schulzens und 
ihr Elan wird stets an der Muschel des Nußbaum 
vertikos scheitern, worin Schulze Revolten und 
Bewußtsein anlegt. 
Frech absolutet Schulze. 
Welcher Bürger gestände Relativität-ein? 
Vorgestern einsamte man individuell. 
Gestern kameradete man Mensch. 
Schöpferchen liefern emsig schlechtzahlenden 
Kapitalisten Erlösung. 
Schöpferchen; geschmeidige Hilfstruppen des 
Bürgers. 
Schulze bürgert ins Höhere. Erschiebt sich 
Hierarchie; jenseits des Übermenschen und Ober 
gefreiten. 
Was bedeutet im geistig gelösten All und billig 
verramschten lyrischen Rausch ein gemeiner 
hungriger Arbeiter? 
Angesichts der billig erworbenen Seele Schulzens, 
bewiesen vom Philosophen,dem Zuhälter des Bürgers, 
der Schulzen den wissenschaftlichen Zweck verschob. 
Entwicklung bürgert mich an. 
Man entwickelt sich von Bauparzelle zu Bau 
parzelle. Mein Vaterland muß größer sein. Diese 
Parzellenpolitik bestimmt die Mentalität reklamierter 
Papierarier. 
Schulze hat nicht nur Zwecke, Schulze selbst ist 
der Zweck. 
Je mehr die Zahl der Zwecke wächst, um so 
gewichtiger die Person. So Nietzsche. 
Schulze rülpst gern ins Höhere. 
Ideale beweisen Gemeinheit. 
Und all dies wird vom fleischkantigen Hängebusen 
der Frau Schulze überschwitzt. 
* * 
* 
Schulze ist vor allem Edelschulze und überschulzt. 
Entwicklung und seelisches sind Vorwände der 
Gemeinheit. 
Je mehr Vieh, um so mehr Seele. 
Cäch6. Schulze verschleißt den vom Geischtigen 
verkauften Seelenstoff. 
Geistiges Sperma fluktuiert en gros. 
Analytenschulze ist beendet; man syntetet kon 
struktiv. Statt Kopfgußeisernes Kreuz; aberGesinnung 
pardon Ethos. 
Edelkameraden liefern. Man primitivt. Kann 
sich auch amerikanisch; rational erschobenes 
Gipfeln und darüber, Schulze denkt die Welt, 
meine Vorstellung, Kapital, Besitz. 
(Ich, Mein; Besitzfetichism erledigt im sozialisti 
schen Staat, der Euch aufgezwungen wird.) 
Gurkensalat wächst demnach als Folge meiner 
Entschlüsse. Also Gurkensalat Folge einer Über 
legung; Denken liebt Schulze weitläufig einzu 
schieben und schließt: mein Gurkensalat, meine 
Gedanken, Herr Verleger. 
Die Verleger, der Kunsthändler Kategorie der 
jungen Leute, die Schulze anstellt Illusions zu er- 
ramschen. 
Jemand kooft Impressionisten. Ist er damit Im 
pressionist? 
Nein, Herr Cassirer hat die Cezannes gemalt, 
da er sie verkoofte — nich? 
Es gilt für ehrenvoller, einen C6zanne zu ver 
kloppen als ihn zu malen. 
Der Besitzende — Schulze ist der Produktive. 
Man expropriiere ihn; der Hühnerbürzel gerupfter 
Schäbigkeit steißt aus dem faden Mund. 
Was ist Ziel der Renoirmalerei? Meier — Gräfe. 
Also Schulze. 
Eines bezeichnet Schulzen. Alles ist ihm Mittel, 
er ist Zweck. So der Sachse Nietzsche, der den 
zum Zweck gesetzten Schulze erpsalmte. 
Schulze ist Gesetz, Notwendigkeit, Schicksal. 
Von ihm fällt der Erdball runter wie ein junger 
Hund. * C. E.
	        

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