Full text: Der Marstall : Zeit- und Streit-Schrift des Verlages Paul Steegemann (1/2)

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neidlos dem Zweemann. — Hoffentlich wird der wackere Dich 
tersmann nicht so bald interniert; er scheint ja sonst ein ziem 
lich harmloser Irrer zu sein. Nur von Polemiken müßten ihn 
seine Freunde fernhalten; sowas könnte ihm denn doch mal 
verhängnisvoll werden! 
Zweiter Brief: Hannover, 29. 12. 19. 
M. 1. St. Der Fall Schw. scheint mir sehr einfach zu liegen. 
Entweder ist er verrückt oder er mimt es — aus Geldgier, 
wie Sie meinen. Es gibt wohl keinen Menschen, der nicht zu 
erst das Letztere angenommen hätte. Und in der Tat, gegen 
eine veralbernde Silvesternummer der Silbergäule (etwa im 
Sinne des ganz köstlichen Dadaistenaufrufes!) wäre ja gar nichts 
zu sagen. Nur würde ich dann raten, bald die Karten aufzu 
decken! Es dürfte sonst für Ihre anderen Autoren recht pein- 
. lieh sein, in dieser lieblichen Gesellschaft ediert zu werden. — 
Aber einiges scheint gegen diese Auffassung zu sprechen. 1. Kenner 
von Schw. (Person und Opus) versichern, daß sich diese Ver 
blödung organisch entwickelt hätte. Ich kenne den „Künstler“ 
Gottseidank nicht. 2. Es wäre denn doch arg unanständig, aus 
Geldgier andauernd den arglosen Zweemann, den arglosen Sturm 
und vor allem den braven Spengemann hineinzulegen. 3. Sehr 
verdächtig ist der offene Brief an Frehsee, der denn doch be 
trüblich dumm und witzlos ist. — Schließlich, wer sich systema 
tisch zum Hanswurst macht, kann sich nicht wundern, wenn 
man ihn dafür hält und dementsprechend behandelt. — Warten 
wir ab! Zur Aufregung scheint mir wenig Grund; aber vom Leibe 
halten würde ich mir so einen Kavalier unter allen Umständen! 
Zeugnis: Hannover-Wülfel, 28. 11. 18 
M&sifeer dieses, Herr Kurt Schwitters, geboren zu Hannover am 
m J»i 1887, war vom 25. Juni 1917 bis zum heutigen Tage in 
ainserem technischen Büro angestellt. Seine Tätigkeit bestand in 
der Abfertigung von Werkstattzeichnungen und der Herausgabe 
sonstiger Werkstattangaben. Herr Schwitters war pünktlich und 
bestrebt, seine Aufgaben zu unserer Zufriedenheit zu erledigen. 
Seine Führung war einwandfrei. Sein Austritt erfolgt heute auf 
seinen Wunsch und mit unserem Einverständnis, um ihm die 
Möglichkeit zu geben, sich wieder ganz seinem Beruf zu widmen. 
Eisenwerk Wülfel
	        

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