Full text: Sirius : Monatsschrift für Literatur und Kunst (4)

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Feuerlein, Feuerlein, bist du frei und willst Güte und 
Nachsicht für alle haben? ... Feuerlein! Feuerlein! ... 
Aus den Gärten stürzten die Tiere, braune Nacktheit brach 
wie Wildbach aus den Büschen des heiligen Hains. 
Der Blinde sang. 
Singend stieg er ins Gebirg empor, immer höher und höher. 
Hinter ihm trappelte der Heerzug und von den Sternen 
streckten sich ihnen schon Arme entgegen, sie empor zu heben. 
Max Herrmann, Neisse 
Nebel 
Nur Inseln sind die Wälder noch ... 
Der Herbst in seinem Nebelboot 
Fährt durch die Welt ... 
Am Uferrande dunstet 
Der Baum in seinen sieben weissen Schleiern ... 
Durch feuchte Laken fliesst 
Der Toten trübes Aug. 
Du bist mein Ferge nun ... 
Die Welt ist still hinabgesunken ... 
Die Träume heben sich erwacht 
Aus gläsernen Särgen ... 
Leo Sternberg 
Aphorismen 
— Drei Grad Polhöhe stürzen die ganze Jurisprudenz um. 
— Dieses Hemd gehört mir. Das ist mein Platz an der 
Sonne. Sagten jene armen Knaben. Das ist Anfang und Abbild 
der Usurpation der ganzen Erde. 
— Je nachdem man mehr Geist hat, findet man, dass es 
mehr originale Menschen gibt. Die Menschen des grossen Haufens 
finden keinen Unterschied zwischen den Menschen. 
— Man muss von der Verderblichkeit aller Gerechtigkeit, 
die nicht aus dem Glauben kommt, überzeugt sein. 
— Die Grösse des Geistesmenschen ist Reichen, Königen, 
Eroberern und all jenen Grossen des Fleisches unersichtlich. 
— Nie tut man das Böse völliger und freudiger als infolge 
unrichtiger Gewissensüberzeugungen. 
— Der Mensch ist sichtlich geschaffen zum Denken * das 
ist seine ganze Würde und sein ganzes Verdienst.
	        

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