Full text: Sirius : Monatsschrift für Literatur und Kunst (4)

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den voll Hölle überwanden die Herzen, die nur ihre einzige 
späte Hoffnung hatten. Himmel und Sonne stand über ihnen, fern. 
Einer erblickte eine Blume am Kajütenfenster. Wie sie 
wieder jung wurde. Und erkannte die Wahrheit solcher Erlösung. 
Er sang ... 
Ferke, der Bauer, griff hastig an seine Geldtasche. 
Rene Hess die Augen zufallen, hatte strahlend vor sich des 
Vaters Schloss, weiss zwischen Waldgebirg, und Sonja, den 
Schimmel, gesattelt zur Fuchshetz und die Silber-Livree, die 
den Steigbügel hielt, dass er einen Pfiff durch die Zähne tun 
musste, fang!, wie man einem Hund pfeift, und herrenhaft rufen: 
„An die Gewehre!“ 
Lachten sie herzlich und stockten doch, als sie den Bauer 
spürten, sein Zusammenrücken für einen Augenblick und unhör 
bar „Zu Befehl 1"-Blitzen. Und Rene sah auf, wurde blutrot, 
wankte in aussichtslosen Zornkrampf, hatte den Bauern schon 
als lebloses Bündel und warf ihn mit grausamer Gutmütigkeit 
ins Meer. 
Unter einem jähen Springbrunn sang, der die Blume am 
Kajütenfenster erblickte hatte und nun blind war, das Lied von 
dem Regenbogen, der ins Paradies führt, und eine schwarze 
Fahne Wald, über farbige Felsen geworfen, bestätigte ihn. 
Andacht hob Glockenhymnen ins Ohr. Man tat die Kleider 
ab und streute sie in die Wellen. Aus den Blicken, von Nerv 
zu Nerv flammte ein gegenseitiges Opfer, ewig verkettend. 
* * 
* 
Der erste, der den Sand berührte, zinkelte wie auf Spiegel 
glas, hüpfte ein paar Mal, strich zärtlich an seinen Sohlen ent 
lang und bekam ein breites, sicheres Negerlachen, den andern 
aus Muschelhorn prustendes „Willkommen!“ 
* Sie zerbrachen das Schiff. 
Brust lag an Brust unter Sternen, die kein Arg mehr 
kannten. Ringsum schaukelte in gleichem Takte Welt, die nicht 
weinen macht. 
Aber noch einmal wurde in den Gestrüppen verflochtener 
Hirne die Sklavenjagd zertrümmernder Träume von Zwang, Feind 
seligkeit, Pflicht, Lüge und deren Trabanten Schicksal. Ertrotzte 
Hysterie’des Vordem ihren Tribut aus Tränen und Ohnmacht. 
Unter diesem Firmament, das erstarrt blich, eine erzene 
Schädeldecke, und von keiner Norm wusste. 
* * 
* 
Rene erhob sich unhörbar, tappte landeinwärts. 
Getier spielte im Mondstrahl einer Lichtung. 
Er griff nach der Schulter, unwillkürlich, verging in Scham, 
bis ihn ein Schauern in die Knie riss, die letzten Schlacken der
	        
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