Full text: Almanach der Freien Zeitung (1918)

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-geliefert hat zum Vorrat der unvergänglichen Güter 
der Menschheit, unld welches auf nicht wenigen Ge 
bieten menschlicher Tätigkeit und menschlichen 
Schaffens unter den Nationen der Erde an führender 
Stelle stand. Und aus meinen Worten spricht der 
feste Glaube, daß es, wenn erst die Deutschen die von 
einem bösen Schicksal über sie gebrachte Verblendung 
abgeschüttelt und gesühnt haben, zu einer Auf 
erstehung jenes früheren Deutschlands kommen muß, 
und daß dann Deutschland mit der Zeit auch wieder 
das Wohlwollen und die Hochachtung der Menschheit, 
sowie die treue Anhänglichkeit der Deutschen im Aus 
lände verdienen und gewinnen Wird. 
Aber das weiß ich, daß weder Deutschland, noch 
Amerika, noch die übrige Welt wieder glücklich wer 
den oder sich des Friedens oder irgendeiner ersprieß 
lichen Tätigkeit erfreuen können, so lange es nicht den 
Herrschern, welche die Blutschuld an diesem frivolen 
Kriege tragen, und ihren falsch unterrichteten und 
irregeleiteten Untertanen deutlich gemacht worden ist, 
und zwar in bitterer und unmißverständlicher Weise, 
daß der Geist, der den Krieg entfesselt hat, den Sieg 
nicht behalten kann; daß die zivilisierte Menschheit 
den hassen®werten Lehren und Methoden, die für die 
Kriegführung als maßgebend betrachtet werden, mit 
Abscheu gegenübersteht, und daß die überhebungs 
vollen Ziele des Ehrgeizes, denen der Krieg dienen 
sollte, nicht erreichbar sind. 
Wir hatten uns dem Glauben hingegeben, daß 
der Kampf für die Zivilisation schon vor vielen Jahren 
siegreich zu Ende geführt worden sei. Er muß nun 
von neuem ausgekämpft werden. Wir betrachten es 
als unser Vorrecht, in diesem Kampfe unsern Mann 
zu stellen, und wir suchen unsern Stolz darin, Opfer 
zu bringen. Unsere erste und größte Aufgabe, das 
eine Ziel, dem alle anderen nachzustehen haben, be 
steht darin, den gegenwärtigen Krieg siegreich zu 
Ende zu führen. 
Könnte das Leben noch erträglich sdin, wenn die 
Macht eines von . . . befallenen Preußentums die Welt 
an der Kehle gepackt hielte; wenn die Vorherrschaft
	        

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