Full text: Almanach der Freien Zeitung (1918)

wollen und Vertrauen der zivilisierten Welt zu er 
ringen. Denn so lange die deutsche Nation nicht eine 
Wiedergeburt unter einem neuen Banner erlebt, das 
die Wahrzeichen der Demokratie und Freiheit schmük- 
ken, ist der Ausblick in die Zukunft ebenso gänzlich 
hoffnungslos wie die Verteidigung der unheilvollen 
Zustände der Vergangenheit. Es ist die Pflicht des 
deutschen Volkes, die Drohung des Imperialismus zu 
vernichten, das Joch der militärischen Autokratie für 
immer abzuwerfen. Nur in diesem Falle kann es von 
den heute mit ihm kriegführenden Nationen Entgegen 
kommen in der Zukunft für sich selbst erwarten und 
beim Wiederaufbau der von ihm so arg verletzten 
Länder. 
Amerika kennt im gegenwärtigen Kriege nur das 
eine Ziel: „Die Verteidigung der Prinzipien des Frie 
dens und der Gerechtigkeit gegen Selbstsucht und 
autokratische Gewalt“, und es ist sein ausgesprochener 
Plan, „unter den wirklich freien, den selbstregierten 
Völkern eine solche Uebereinstimmung in Tat und 
Absicht herzustellen, daß hinfort die Beobachtung 
lener Prinzipien gesichert bleibt“. Amerika wird sich 
nicht mit weniger als der vollständigen Verwirk 
lichung seines Zieles zufrieden geben, denn heute, 
fünfzig Jahre nach erfolgreichem Kampf um die dau 
ernde Abschaffung der schändlichen Einrichtung des 
Menschenhandels, steht sein Entschluß fest: im Namen 
Gottes für immer die Drohung militärischer Auto 
kratie und unverantwortlicher Monarchie wegzu 
räumen, unter dem Banner des Glaubens und der Frei 
heit, die verherrlicht sind in den unsterblichen Strophen 
der „Kriegshymne der Republik“: 
„In der Schönheit weißer Lilien lebte Christ jenseits der See. 
Du und ich, wir sind verwandelt durch das Licht, 
Das von ihm ausging 
Wie er starb zum Heil der Menschen 
•Und der Freiheit, sterben wir. Uns geht Gott voran.“ 
Vox populi, vox dei.
	        

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